Armstrongs Versprecher und andere Fakten zur historischen Mission
Von Daniel Bächtold. Aktualisiert am 21.07.2009
Buzz Aldrin.
Neil Armstrong.
Michael Collins.
Emblem der Nasa.
Erster Schritt auf den Mond.
Neil Armstrong, der erste Mann auf dem Mond, war der einzige Zivilist (früher diente er in der amerikanischen Luftwaffe) an Bord von Apollo 11. Dies dürfte der wahre Grund gewesen sein, weshalb er als Erster aus der Mondlandefähre klettern durfte. B
Buzz Aldrin, der zweite Mann auf dem Mond, heisst eigentlich Edwin Eugene Aldrin. Der Übername kommt von seiner Schwester Fay Ann, die als kleines Mädchen «brother» aussprach wie «buzzer».
Michael Collins gehörte zwar zur Apollo-11-Crew, betrat den Mond aber nicht (er harrte in der Kommandokapsel im Orbit aus). Auf die Frage, was er davon halte, antwortete Michael Collins: «Ich wäre ein Lügner oder ein Tor, wenn ich sagen würde, ich hätte den besten der drei Plätze der Mission.»
«Charlie Brown»
Dass Apollo 11 die Landung auf dem Mond versuchen sollte, war keineswegs von langer Hand geplant. Am 24. März 1969 gab die Nasa bekannt, dass Apollo 10 die Mondlandefähre und Kommandokapsel im Mondorbit testen würde. Falls diese Mission erfolgreich verlaufe, würde Apollo 11 die Landung wagen. Erst am 11. Juni 1969 kam dann das definitive Okay zur Landung von Apollo 11. Die Apollo-Astronauten gaben ihrem Zuhause während des Flugs zum Mond Namen, um die Kommunikation mit der Erde zu vereinfachen.
Die Apollo-10-Crew nannte ihre Mondlandefähre und Kommandokapsel «Snoopy» beziehungsweise «Charlie Brown». Für die historische Apollo-11-Mission aber forderte die Nasa würdigere Namen. Nach einigen Diskussionen einigte man sich auf «Eagle» und «Columbia». Das Missionsabzeichen entwarfen Neil Armstrong, Michael Collins und Buzz Aldrin ebenfalls selbst. Collins fertigte die erste Skizze auf einem Taschentuch an: Ein Adler (das Wappentier der USA) landet auf dem Mond. Er fand die Vorlage des Adlers in einem alten «National Geographic»-Heft. Im Hintergrund zeichnete er die von der Sonne beleuchtete Erde. (Bereits auf der ersten Skizze war die Erde von der falschen Seite aus beleuchtet. Der Fehler hielt sich bis ins offizielle Abzeichen.)
Dann kam die Idee, der Adler solle als Zeichen für den friedlichen Geist der Mission einen Olivenzweig tragen. Collins zeichnete dem Tier den Zweig in den Schnabel. Die Nasa lehnte diesen Vorschlag allerdings mit der Begründung ab, die zur Landung geöffneten Krallen des Adlers wirkten zu kriegerisch. Nach einigem Hin und Her bekam der Adler den Zweig in die Krallen. Interessantes Detail: Die Astronauten wollten ihre eigenen Namen nicht auf dem Abzeichen sehen. Schliesslich waren insgesamt 400 000 Menschen am ApolloProgramm beteiligt. (Von den insgesamt 12 Apollo-Missionen verzichtete neben Apollo 11 nur die Crew von Apollo 13 auf die Namen im offiziellen Abzeichen.)
Ein Fall für Linguisten
Armstrong betrat heute vor 40 Jahren zuerst mit dem linken Fuss die Mondoberfläche und sprach: «That’s one small step for man. One giant leap for mankind.» Der Satz klang gut, und alle waren ergriffen. Nur, die Aussage ist genau genommen nicht korrekt. Armstrong schrieb der gesamten Menschheit sowohl den kleinen Schritt als auch den grossen Sprung zu. Seither streiten sich Linguisten und andere Experten, ob Armstrong das «a» von «a man» (einen Menschen) in der Hitze des Gefechts schlicht vergessen hatte oder aber, ob das «a» im statischen Knistern der Übertragung verloren gegangen war. Neuste Analysen legen den Schluss nahe, dass Armstrong zwar «a man» sagen wollte, aber tatsächlich nur «man» sagte.
Die Nasa wollte ursprünglich die Flagge der Uno auf dem Mond hissen. Der USKongress hat dies aber verhindert und im Gegenzug verlangt, dass nur die amerikanische Flagge auf dem Mond «wehen» sollte. Um sich nicht dem Vorwurf auszusetzen, den Mond zu annektieren (was gemäss einer Vereinbarung mit der UdSSR vom 27. Januar 1967 illegal gewesen wäre), hat die Nasa bereits vor der Apollo-11-Mission ein entsprechendes Schreiben verfasst.
Das Schweizer Kreuz ist übrigens ebenfalls an Bord von Apollo 11 zum Mond und zurück geflogen. Diese Flagge wird heute zusammen mit etwas Mondgestein in der ETH-Ausstellung Focusterra an der Sonneggstrasse 5 in Zürich gezeigt. Aldrin und Armstrong liessen auf dem Mond eine kleine Plakette zurück. Darauf steht: «We Came in Peace for all Mankind.» (Wir kamen in Frieden für die gesamte Menschheit.) Darunter die Unterschriften der drei Astronauten. US-Präsident Nixon persönlich hatte die Plakette gutgeheissen.
Als oberster Chef der Nation verlangte er aber, dass seine Unterschrift ebenfalls auf die Plakette kam und damit für immer auf dem Mond bleiben würde. Nixon wollte auch Gott («under God») auf der Plakette verewigen. Die Nasa hat dies verhindert. Apropos Gott: Buzz Aldrin feierte nach der Landung das Abendmahl mit etwas Wein und Brot. Dabei rezitierte er aus dem Johannes-Evangelium: «Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben.» Um die Gefühle Andersgläubiger nicht zu verletzen, schaltete Aldrin während der christlichen Zeremonie sein Mikrofon aus.
Nixons vorbereitete Botschaft
Noch während Armstrong und Aldrin nach ihrem Mondspaziergang zu schlafen versuchten («Es war extrem kalt», erinnerte sich Aldrin später. «Nach drei Stunden hielt ich es kaum mehr aus»), versuchten die Sowjets mit ihrer unbemannten Sonde Luna 15 rund 800 Kilometer weiter östlich zu landen. Die Landung missglückte, Luna 15 stürzte ab. Wäre die Mission erfolgreich gewesen, hätten die Sowjets wahrscheinlich einen Tag vor den Amerikanern Mondproben zur Erde gebracht. Im Falle, dass Armstrong und Aldrin auf dem Mond gestrandet wären, hätte US-Präsident Nixon eine zuvor vorbereitete Botschaft verlesen: «Das Schicksal hat bestimmt, dass jene Männer, die in friedlicher Absicht zum Mond gereist sind, für immer auf dem Mond in Frieden ruhen werden.» Collins wäre dann alleine zur Erde zurückgekehrt. Nixon musste glücklicherweise den Text nicht hervornehmen.
Bevor Armstrong und Aldrin die Mondoberfläche für immer verliessen, warfen sie allerlei Abfall in hohem Bogen aus ihrer Fähre. Ihre Moonboots beispielsweise, die Hasselblad-Kamera und volle Urinbeutel. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 21.07.2009, 09:58 Uhr








