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«Tagesbefehl: Ganze RS zum Fernsehschauen»

Aktualisiert am 20.07.2009 21 Kommentare

In der RS, unter freiem Himmel oder im Kino: Wie Tagesanzeiger.ch/Newsnet-Leser die erste Mondlandung erlebten und was sie dabei fühlten.

Die erste Mondlandung bewegte und beschäftigte Urban Marti (1908 bis 1991) aus Bettlach SO so stark, dass er das epochale Ereignis gleich mit dem Bleistift an der Wand im Eingang seiner Jagdhütte festhielt – nachdem er wohl über Radio Beromünster von der erfolgreichen Mission von Apollo 11 erfahren hatte. Bis ins hohe Alter waren Neil Armstrong und Buzz Aldrin seine Helden, «diese Amerikaner, diese Kerle, die es mal noch schaffen, auf den Mars zu fliegen».

Die erste Mondlandung bewegte und beschäftigte Urban Marti (1908 bis 1991) aus Bettlach SO so stark, dass er das epochale Ereignis gleich mit dem Bleistift an der Wand im Eingang seiner Jagdhütte festhielt – nachdem er wohl über Radio Beromünster von der erfolgreichen Mission von Apollo 11 erfahren hatte. Bis ins hohe Alter waren Neil Armstrong und Buzz Aldrin seine Helden, «diese Amerikaner, diese Kerle, die es mal noch schaffen, auf den Mars zu fliegen».

Familien liehen sich einen Fernseher aus oder kauften sich einen. Kinder durften erstmals lange aufbleiben: Die ersten Schritte eines Menschen auf dem Mond kurz vor vier Uhr morgens Schweizer Zeit sollte niemand verpassen. Der Moment hat sich ins Gedächtnis der Tagesanzeiger.ch/Newsnet-Leser eingebrannt. Sie beschreiben in den Kommentaren die Erlebnisse bis ins kleinste Detail - sofort ist die damalige Begeisterung spürbar.

«Meine Vater weckte mich und ich durfte die Mondlandung am Fernsehen schauen», erinnert sich Dani F., damals fünf Jahre alt. Das sei damals absolut ungewöhnlich gewesen. Das Thema faszinierte ihn so sehr, dass er später Bücher über das Apollo-Programm verschlungen hat.

Von Papi aus Bett geholt

Manch ein Kind übermannte die Müdigkeit: «Meine Mutter schickte mich ins Bett. Aber mein Vater bestand darauf, mich für den historischen Moment wieder zu holen», beschreibt der damals zehnjährige Matthias Steiner sein Erlebnis. Er sei danach unheimlich stolz gewesen, dass er dies live miterleben konnte. Wie ihm ist es vielen Lesern ergangen. Peggy Zimmermann feierte just am Tag der Mondlandung sogar ihren 14. Geburtstag und «wir sahen zum Mond hinauf.»

Barbara Rüegger hat bei der Übertragung zwar geschlafen, aber die Zwölfjährige war deswegen nicht weniger fasziniert: «Wir Kinder bauten danach immer wieder aus Kisten Raketen sowie Landefähren und spielten die Mondlandung nach.»

Tagesbefehl in der RS: TV schauen

Familien, die keinen Zugang zu einem Fernseher hatten, mussten nicht auf Live-Bilder verzichten: Sie verfolgten das Geschehen beim Nachbarn oder wie Leser Beat Rytz in einem Basler Kino. Auch in der Rekrutenschule sollte niemand das Grossereignis verpassen, weiss Guido Zwimpfer. «Auf dem Tagesbefehl stand: Ganze RS zum Fernsehschauen antreten.» Man habe sogar erwogen, sämtliche Rekrutenschulen um eine Woche zu verschieben.

Schliesslich bekam man sogar alles mit, wenn man gerade im Zug sass. So wie Ruedi Lanz, der auf dem Weg von Bern nach Amsterdam war. Als er sich in den Gang begab, sauste ein Deutscher mit einem Transistor-Radio wie wild im Zug herum und schrie: «Sie sind gelandet! Sie sind gelandet!» (ah)

Erstellt: 20.07.2009, 12:56 Uhr

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21 Kommentare

Daniel Martel

16.07.2009, 09:19 Uhr
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Den Start der Rakete durfte ich (damals 7 jährig) im Fernsehen bei einem Nachbarn mitverfolgen. Wir hatten damals keinen. Die Landung erlebte ich icht direkt, da ich die Masern hatte. Die Glücklichen haben mir immer wieder davon erzählt. Während der Primarschulzeit von 1970 bis 194 war Apollo regelmässig Diskussionsthema auf dem Schulweg. Auch zirkulierten damals bereits ältere Sammlerbildli. Antworten


Wichert Paul

16.07.2009, 15:23 Uhr
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Als 13-jähriger verfolgte ich diese Weltraum-Mission hauptsächlich an unserem unmittelbar zuvor erstandenen Schwarz-Weiss-Fernseher.Während ich mir vor dem Ausstieg der beiden Astronauten noch eine Mütze voll Schlaf gönnte,hielt meine Mutter am Fernseher Wache, und weckte mich kurz vor dem Ausstieg.Mit dem damaligen Fachkommentator Bruno Stanek pflege ich bis heute regelmässig den Dialog. Antworten



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