Was, wenn das Mondmodul umgefallen wäre?
Alkoholsucht überwunden und wieder fit: Buzz Aldrin. (Bild: Keystone)
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Aldrin ist heute 79-jährig und verbringt seinen Lebensabend in St. Paul im US-Bundesstaat Minnesota. Die letzten 40 Jahre waren für ihn eine regelrechte Achterbahnfahrt. Die zwischenzeitliche Alkoholsucht hat er überwunden.
«Ich wollte da nicht als Erster hinaus»
Trotzdem schaut er im Interview mit einem Reporter von «Spiegel online» mit Skepsis zurück. «Man kann das ja gar nicht aushalten. Das Leben danach. Die Rückkehr zur Erde. Aber du kannst den grössten Moment deines Lebens auch nicht verstreichen lassen», so Aldrin.
Einige interessante Details vermag der Journalist dem Ex-Astronauten zu entlocken. So zum Beispiel eine Antwort auf die Frage, warum er Armstrong beim Betreten des Mondes den Vortritt liess. «Ich wollte da nicht als Erster hinaus. Ich wollte die Öffentlichkeit nicht, in Wahrheit wollte ich ja nicht mal mehr dabei sein bei dem ersten Flug», sagt der Mondfahrer.
«Wir hatten keine Pillen dabei»
Was wäre eigentlich passiert, wenn das Mondmodul umgefallen wäre? «Nicht viel», so Aldrin kühl, «wir hatten jedenfalls keine Pillen dabei, die wir dann geschluckt hätten (…) uns wäre einfach ganz langsam die Luft ausgegangen». Gelernt habe die Menschheit aus der Mondmission vieles, zum Beispiel, dass sich der Erdtrabant mit 3,8 Zentimetern pro Jahr von der Erde entfernt.
Warum aber wollte Aldrin nicht mit auf die erste Mondmission? «Meine Mutter hatte sich kurz vor der Apollo-11-Mission umgebracht. Sie war depressiv, sie hatte Angst vor der Öffentlichkeit, vor dem Trubel, der nach der Mondlandung über sie hereinbrechen würde», sagt Aldrin. Und damit kommt er wieder zurück auf den belastenden Teil des Abenteuers. Er denke noch immer jeden Tag an seine Mondmission. Dies aber ohne grosse Emotionen. Er habe mit Eklipsen gerechnet und sei mit Geometrie beschäftigt gewesen. Das habe mit Romantik überhaupt nichts zu tun gehabt.
Der Mars, das Ziel der Menschen
Mit seinen beiden Apollo-Kollegen will er auch zum 40-jährigen Jubiläum nicht mehr über das Vergangene reden. Lieber beschäftigt er sich mit Zukünftigem. «So wie die Pilger mit der Mayflower nach Amerika kamen, müssen wir zum Mars. Irgendwann werden wir Menschen einen zweiten Planeten brauchen, einen Ersatz, wir sollten darauf vorbereitet sein», orakelt der pensionierte Astronaut. (cpm)
Erstellt: 21.07.2009, 14:12 Uhr







