… 35 Jahren: Der Seiltanz im Himmel
Von Jan Knüsel. Aktualisiert am 06.08.2009
Manche nannten es später das künstlerische Verbrechen des 20. Jahrhunderts. Der Franzose Philippe Petit plant seinen Drahtseilakt schon bevor die Türme des World Trade Centers in New York überhaupt stehen. Die Wartezeit überbrückt er sich mit Seiltänzen an «kleineren» Objekten. Die Notre-Dame-Kathedrale in Paris und die Harbour Bridge in Sydney werden zu seinen spektakulärsten, illegalen Übungsobjekten.
1973 werden die Zwillingstürme fertiggestellt. Am 6. August 1974 beginnt die Aktion nach einer gut einjährigen Planung. Petit und drei Freunde schleichen sich mit gefälschten Ausweisen in die Hochhäuser. In der Nacht spannen sie das Seil - mithilfe von Pfeil und Bogen. Um sieben Uhr morgens, am 7. August 1974, setzt Petit seinen Fuss auf das Drahtseil. Eine Stunde lang tänzelt er in 450 Meter Höhe ohne Sicherung und ohne Netz zwischen den Türmen hin und her. Eine Menschenmenge schaut erstaunt hoch.
24 Jahre später wird seine abenteuerliche Geschichte dokumentarisch aufgearbeitet und erhält prompt einen Oscar. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 06.08.2009, 14:56 Uhr

