… 15 Jahren: Der Friedensnobelpreis für die Hoffnung
Von Jan Knüsel. Aktualisiert am 14.10.2009
Schon damals tönten die Kommentare ähnlich wie nach der diesjährigen Verleihung des Friedensnobelpreises: «Mehr als für den Frieden selbst, hat man sich für die Hoffnung auf Frieden entschieden», merkte die «Financial Times» an. Der britische «Observer» sprach gar von «einem Friede des Opportunismus und nicht der Prinzipien».
Israels Premierminister Yitzhak Rabin, Aussenminister Shimon Peres und der Palästinenser-Führer Yassir Arafat hatten für ihr Friedensabkommen von 1993, in dem man sich auf die schrittweise Autonomie für Palästina einigte, den Nobelpreis erhalten. Der Entscheid des norwegischen Nobelkomitees war umstritten. Nicht nur von der Presse hagelte es Kritik, sondern auch Jurymitglied Kare Kristiansen weigerte sich PLO-Führer Arafat diese Ehre zu erweisen, da dessen Leben zu stark «mit Gewalt, Terror und Folter befleckt» sei. Aus Protest verliess Kristiansen das Komitee.
Erste Brüche
Das Nobelkomitee begründete die Ehrung mit «dem Mut von beiden Seiten» ein solches politisches Abkommen in die Wege zu leiten. Damit könne «durch einen historischen Prozess Krieg und Hass durch Frieden und Kooperation ersetzt werden». Noch am gleichen Abend zeigte der Friedensprozess jedoch erste Brüche, als die von Premierminister Rabin verordnete Befreiung eines von militanten Palästinensern entführten israelischen Soldaten in einem Blutbad endete. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 14.10.2009, 08:18 Uhr

