… 26 Jahren: Die vergessene Invasion

Von Jan Knüsel. Aktualisiert am 12.10.2010

Am 25. Oktober 1983 beginnt der US-Angriff auf die karibische Insel Grenada.

Ein schneller Umsturz: US-Soldaten nehmen Grenader gefangen.

Ein schneller Umsturz: US-Soldaten nehmen Grenader gefangen.
Bild: Keystone

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Begleitet von 300 Soldaten aus sechs karibischen Staaten, landeten am 25. Oktober 1981 1900 US-Truppen im Norden der Karibikinsel Grenada.

US-Präsident Ronald Reagan informierte die Öffentlichkeit vier Stunden nach der Invasion. Er begründete den Schritt mit der Sorge über die Instabilität der Region, die durch den blutigen Umsturz von Grenadas Premierminister Maurice Bishop eine Woche zuvor verursacht wurde.

Die britische Premierministerin Margaret Thatcher zeigte sich verärgert über die Einmischung der USA in die inneren Angelegenheiten eines Landes des Commonwealths. Die Sowjetunion und Kuba protestierten ebenso. Eine Verurteilung durch den UN-Sicherheitsrat scheiterte jedoch durch das Veto der USA.

Die Angst vor dem Sozialismus

Grenada war seit 1974 unabhängig. 1979 brachte eine revolutionäre Bewegung den charismatischen und in der Bevölkerung beliebten Sozialisten Maurice Bishop an die Macht. Seine Nähe zu Kuba und der Sowjetunion war den USA ein Dorn im Auge, es fehlte aber an der internationalen Unterstützung für einen Regimewechsel. Erst als der relativ unbeliebte Vize-Premierminister Bernard Coard nach einem internen Machtkampf Maurice Bishop stürzte und exekutieren liess, fanden die USA die gewünschte Zustimmung einiger Karibik-Nationen.

Nach nur wenigen Tagen sorgten über 7000 Soldaten der Invasionstruppen für den Sturz der Militärdiktatur. 45 Grenader, 24 Kubaner und 19 Amerikaner starben bei den Auseinandersetzungen. Bernard Coard wurde zum Tode verurteilt. 1991 wurde die Strafe zu einer lebenslänglichen Haft umgewandelt. Im September 2009 kam er frei. Die Verfassung von 1974 wurde wieder eingeführt und 1984 kam es zu demokratischen Wahlen. Die US-Truppen zogen im Dezember des gleichen Jahres wieder ab. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 12.10.2010, 16:40 Uhr