Diese Alarmglocken läuten in Zürich, wenn die Pandemie kommt
Von Felix Schindler. Aktualisiert am 19.11.2009
Dossier zur Schweinegrippe
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In der Schweiz wurden innert 24 Stunden bereits drei Todesfälle gezählt – so lautet die erste Opferbilanz nach dem Ausbruch der Schweinegrippe. So erschütternd diese ist: In der Stadt Zürich sind die Auswirkungen des H1N1-Virus bisher kaum messbar. «Wir verfügen über vier Indikatoren, die den Ausbruch einer Epidemie anzeigen. Drei davon zeigen bisher überhaupt keine Auffälligkeit», sagt der Zürcher Stadtarzt Albert Wettstein.
Je weniger Log-Ins, desto mehr Mitarbeiter sind krank
Der einzige Indikator, der zurzeit auf eine Epidemie hindeutet, ist die Anzahl der Absenzen an den Schulen. Regelmässig wird dem schulärtzlichen Dienst mitgeteilt, wie viele Kinder der Schule fernbleiben. «Die sind zurzeit deutlich höher als gewöhnlich», sagt Wettstein.
Völlig unauffällig ist dagegen ein einzigartiges und sehr genaues Frühwarnsystem, das in Zürich seit diesem Sommer in Betrieb ist. Es zählt, wie viele Mitarbeiter der Stadt Zürich sich an ihrem Arbeitsplatz am Computer anmelden. Je weniger Log-Ins, desto mehr Mitarbeiter sind krank.
Wenn mehr als 20 Menschen sterben...
Und bei 8'000 Computerarbeitsplätzen von städtischen Mitarbeitern ist dies eine sehr genaue Anzeige über das Ausmass einer Pandemie. «An Dienstagen arbeiten jeweils am meisten Leute. Am vergangenen Dienstag stellten wir überhaupt kein Absinken der Log-Ins fest», sagt Wettstein. Daraus lasse sich schliessen, dass die Pandemie die Erwachsenen in Zürich noch nicht in grossem Ausmass erreicht hat. «Allerdings rechnen wir damit, dass die Absenzen in den nächsten Wochen markant steigen werden», so Wettstein.
Ein weiterer Indikator: Der Stadtarzt erhält vom Bestattungsamt Meldung, wenn innert eines Tages mehr als 20 Menschen sterben. Dies geschah letztmals in diesem Sommer, als mehrere Menschen einer Hitzewelle erlagen. Wenn die Zahl der Todesfälle – unabhängig der Todesursache – stark ansteigt, ist das für Wettstein ein Zeichen dafür, dass die Stadt von einer Sterbewelle heimgesucht wird. «Doch davon sind wir weit entfernt», sagt Wettstein. «In Anbetracht der Gutartigkeit der H1N1-Viren erwarten wir keinen messbaren Anstieg der Anzahl Todesfälle», so Wettstein. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 19.11.2009, 17:34 Uhr





