«Mit 40 Grad Fieber fühlte ich mich wie ein Wrack»
Von Simone Rau. Aktualisiert am 26.11.2009
Blieb eine Woche alleine im Zimmer: Der 23-jährige Dennis Bühler steckte sich vermutlich im Flugzeug mit der Schweinegrippe an.
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Betroffene erzählen
Obwohl die Schweinegrippe in aller Munde ist, bleibt sie ein Phantom. Wie fühlt es sich wirklich an, wenn man am H1N1-Virus erkrankt? Wie kündigt sich die Grippe an, und wie verläuft sie? Betroffene erzählen auf Newsnetz/Tagesanzeiger.ch ihren Krankheitsverlauf.
«Als ich in Japan ins Flugzeug stieg, fühlte ich mich kerngesund, ausgeruht von fünf Wochen Sommerferien. Neben mir sass ein Franzose mit Mundschutz, der andauernd hustete. Ich vermute, dass er mich ansteckte. Jedenfalls ging es relativ rasch bergab mit mir. Zu Hause in Zollikon angekommen, zeigte mein Fiebermesser bereits 40 Grad an. Ich fühlte mich wie ein Wrack. Noch am selben Abend ging ich zum Arzt. Mittlerweile hatte ich auch Husten und Schnupfen, am nächsten Morgen kamen starke Schmerzen in der Brust hinzu.
Das ist jetzt drei Monate her. Weil es in der Schweiz im August bereits zu viele Verdachtsfälle gab, wurde ich nicht auf Schweinegrippe geprüft. Mein Arzt meinte, es käme gar nicht darauf an, weil es sowieso kein spezielles Medikament dagegen gebe. Tamiflu bekämen nur Hochrisiko-Patienten, zum Beispiel Schwangere. Den Test habe ich dann nicht mehr gemacht, auf das Resultat hätte ich mehrere Tage warten müssen. Und erst noch 180 Franken gezahlt.
«Eine Woche alleine im Zimmer»
Der Arzt riet mir, mindestens sieben Tage im Bett zu bleiben. An einen Satz kann ich mich noch gut erinnern: ‹Wissen sie, Herr Bühler, das ist wie früher mit der Pest oder der Cholera. Da hat man die Leute angewiesen, den Kranken das Essen durch einen Spalt in der Türe hindurch zu reichen.› So blieb ich eine Woche zu Hause, alleine in meinem Zimmer. Meine Familie habe ich zum Glück nicht angesteckt.»
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 26.11.2009, 14:31 Uhr





