Schweinegrippe-Impfung: Nicht-Risikopatienten warten auf Termin
Von Claudia Imfeld, Christoph Landolt. Aktualisiert am 26.11.2009 14 Kommentare
Impfen ohne Voranmeldung: in der Permanence im Hauptbahnhof Zürich möglich. (Bild: TA)
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In der Gemeinschaftspraxis an der Bahnhofstrasse 208 in Wetzikon laufen die Telefone heiss: Die Leute wollen sich impfen lassen. Doch Arztgehilfin Cornelia Diggelmann musste sie gestern erneut vertrösten. Es fehlt noch immer der Impfstoff. «Am Montag hiess es, er käme am Mittwoch. Also riefen wir die Risikopatienten an, die sich impfen lassen wollten, und boten sie für Mittwoch auf. Dann der Rückzieher: Es werde nächste Woche, bis wir beliefert würden.»
Diggelmann rief die Patienten wieder an und sagte die Termine ab. «Wir verbringen wegen der Schweinegrippe derzeit 70 Prozent unserer Zeit am Telefon», sagt die Arztgehilfin. An die Nicht-Risikopatienten, die seit gestern Donnerstag auch geimpft werden dürfen, mag man in der Praxis in Wetzikon noch gar nicht denken.
Warteliste statt Impfen
Auch im Ärztehaus Oberdorf in Uster muss sich das Gros der Patienten noch gedulden. Die vielen Leute, die derzeit einen Impftermin abmachen wollen, können sich in eine Warteliste eintragen lassen. Vorerst werden nur Risikopatienten geimpft, denn die ersten Impfdosen sind erst am Mittwoch eingetroffen, hiess es in der Praxis.
Bis gestern noch gar keine Impfdosen bekommen hat das Ärztehaus Stadtrain in Winterthur. Täglich müssen rund 30 Impfwillige abgewiesen werden. «Wir warten sehnlichst auf die Lieferung», erklärt eine Praxisassistentin. Gleich 200 Schweinegrippe-Impfdosen sind gestern Donnerstag der Praxis Gashi und Meier in Glattbrugg angeliefert worden. Rund zehn Patienten konnten schon immunisiert werden – allesamt Risikopatienten. Wann auch die anderen drankommen, sei noch unklar, hiess es in der Praxis.
Besser sieht es aus in der Praxis von Philippe Luchsinger in Affoltern am Albis. Hundert Ampullen sind dort gestern ausgeliefert worden. Heute würden noch die verbleibenden Risikopatienten geimpft, danach kämen auch alle anderen in den Genuss des lang erwarteten Stichs, so der aktuelle Stand.
Praxen organisieren sich
«Die Menschen sind verwirrt und enttäuscht», sagt die Pfäffiker Ärztin Alexandra von Ziegler. Auch sie hat den Impfstoff erst gestern Donnerstag erhalten. Risikogruppen würden möglichst sofort geimpft. Auch der Arzt Klaus Ferdinand in Meilen hat inzwischen 250 Impfdosen erhalten und ist bereit zum Impfen – auch Nichtrisiko-Patienten.
In Dietikon haben sich die Praxen teilweise untereinander organisiert, um Risikopatienten nicht vertrösten zu müssen. «Wir bekommen jeden Tag andere Infos, wann der bestellte Nachschub eintrifft», sagt Sandra Huggenberger von der Praxis von Heinz Ursprung. Im Moment sieht es gut aus: Wer sich impfen lassen wolle, bekomme für nächste Woche einen Termin.
Am besten ausgerüstet scheinen derzeit die Notfallpraxen. In der Permanence im Hauptbahnhof Zürich können sich auch Personen, die nicht zu den Risikogruppen gehören, impfen lassen — und tun das auch. «Es läuft alles rund», sagt Arzt Jürg Müller-Schoop. Man komme mit dem normalen Personalbestand durch. Es sei derzeit weniger hektisch als bei der Impfung der Risikopatienten. In der Notfallpraxis Medix in Zürich werden seit gestern ebenfalls Nichtrisiko-Patienten geimpft: im Fünf-Minuten-Takt und ohne Voranmeldung. «Wir impfen, solange wir Impfdosen haben», sagt eine Praxisassistentin. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 26.11.2009, 14:30 Uhr
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14 Kommentare
Also, ich seh das Problem nicht: Anruf heute 09.30 Uhr Spital Bülach: "Will mich fürs Impfen anmelden". Antwort: "Haben Ansturm: Kommen Sie doch einfach vorbei". Das mach ich auch. Dort 20 Min. Wartezeit, Stechen und tschüss. Warum gehts dort? Und warum haben andere Orte so Probleme? Antworten
Wieso führt man nicht "einfach" das ganze zentralisiert in Turnhallen durch, und erspart sich so viel komplizierte Logistik? Zum Impfen braucht's ja wirklich nicht viel: Ein paar Ärzte (pensionierte/Armeeärzte/...) machen Triage und Krankenschwestern oder Medizinstudenten impfen. Den Rest könnten Armee oder Zivilschutz abwickeln. Antworten





