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«Ist es die Schweinegrippe oder nur eine Erkältung?»

Da Spitäler und Hausärzte nur bei schweren Fällen einen Test durchführen, sind viele Patienten verunsichert. Wer die Schweinegrippe hat, erfährt es unter Umständen nie.

Seltenes Bild : Laborresultat eines Schweinegrippe-Patienten.

Seltenes Bild : Laborresultat eines Schweinegrippe-Patienten.
Bild: Marzial Trezzini/Keystone

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Aktuelle Situation

Gemäss BAG gibt es in der Schweiz 484 laborbestätigte Fälle der Schweinegrippe. Davon haben sich 297 Personen im Ausland, 93 in der Schweiz angesteckt. Weitere 94 Fälle sind in Abklärung.

Im Kanton Zürich wurden 26 Fälle gemeldet. Im Vergleich zu anderen Kantonen ist dies wenig. Zum Vergleich: Im Wallis sind es 78, im Kanton Genf 65 Fälle. (Stand: 31. Juli 2009)

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Romina Graf* weist typische Grippesymptome wie Gliederschmerzen und erhöhte Temperatur auf. Ihr Zustand verschlechtert sich im Laufe des Tages, ihr Mann André Graf* ist besorgt und beschliesst am Abend die Notfallstation des Universitätsspitals aufzusuchen: «Wir wollten wissen, ob es die Schweinegrippe oder nur eine Erkältung ist», schildert André Graf die Situation gegenüber Tagesanzeiger.ch. Im Spital angekommen, wird Romina Graf gefragt, ob sie in einem Hochriskogebiet auf Reisen war: «Diese Frage haben wir verneint, Rominas Chef aber reist um die halbe Welt und hätte sie angesteckt haben können», so Graf weiter.

Daraufhin erhält das Ehepaar einen Mundschutz. Kurz darauf kommt ein Arzt und misst Fieber. Da dieses nicht besorgniserregend hoch ist, verzichtet der Arzt auf einen Test und schlägt der Kranken vor sich auszukurieren und nicht zur Arbeit zu gehen. Die Grafs fühlen sich nicht ernst genommen: «Nach allen Warnungen vom Bund dachte ich, ich verhalte mich wie ein guter Bürger und mache das Richtige. Falls sich meine Frau mit der Schweinegrippe angesteckt hätte, hätten wir das gerne gewusst», so André Graf weiter. Bei einem positiven Befund hätte der selbstständige Unternehmer befürchtet, nicht nur selber angesteckt zu werden, sondern auch noch sein Team ausser Gefecht zu setzen.

Nur schwerwiegende Fälle werden getestet

In der Notfallstation des Universitätsspital erscheinen täglich bis zu fünf Patienten mit Verdacht auf Schweinegrippe. Doch getestet werden längst nicht alle. Man halte man sich an die Richtlinien des Bundesamts für Gesundheit, so Christian Ruef, Leiter Spitalhygiene und Infektiologie: «Wir testen Schwangere, Leute mit Grundkrankheiten, wie zum Beispiel Diabetes, und schwere Grippefälle.» Ausserdem würden die Krankenkassen nur solche Tests zahlen, welche gemäss den BAG-Richtlinien durchgeführt würden: «Ein Test kostet 360 Franken. Zudem hätten die Labore Kapazitätsprobleme, wenn wir jeden Patienten testen würden. Bei der normalen Grippe führen wir ja auch keine Tests durch», so Ruef weiter.

Beim Kantonsspital Winterthur laufen wegen der Schweinegrippe die Drähte heiss. Vor allem die Dienstärzte der Medizin und Kinderklinik erhalten viele telefonische Anfragen: «Es wird versucht, Konsultationen in den Notfallstationen und Arztpraxen nur bei schwerer Erkrankung oder in speziellen Risikosituationen durchzuführen», sagt Jacques Gubler, Chefarzt Medizinische Poliklinik am Kantonsspital Winterthur. Patienten, welche ambulant betreut werden, würden nach der Untersuchung wieder nach Hause geschickt. Sei im Verlauf der Krankheit ein weiterer Arztbesuch nötig, sollte dieser beim Hausarzt erfolgen.

Wer bezahlt den Test?

Auch die Hausärzte halten sich an die Weisung des BAG und testen nur bei schweren Fällen. Gemäss Marcella Siegrist, Präsidentin des Vereins Hausärzte der Stadt Zürich machen Labortest bei sämtlichen Verdachtsfällen wenig Sinn. Den Patienten empfehle man bereits am Telefon zuhause zu bleiben: «Sobald der Arzt aber entscheidet, dass es einen Test braucht, zahlt die Krankenkasse. Das ist aber auch bei anderen Krankheiten so», erklärt Siegrist. Romina Graf* geht es mittlerweile wieder gut. Ob sie die Schweinegrippe hatte, oder einfach nur eine Erkältung hatte, wird sie nie erfahren.

* Name der Redaktion bekannt (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 03.08.2009, 16:11 Uhr

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18 Kommentare

John Pepe

17.11.2009, 18:56 Uhr
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Ich habe eine Tochter von 2 Jahren. Sie lag 5 Tage mit 40° Fieber im Bett. Diese wurde zuvor geimpft (2-jährige) und am Abend ging es los. Weder im Kinderspital ZH noch die Kinderärztin haben die kleine auf eine ev. Schweinegrippe untersucht. Im Spital ja ja eine Entzündung und die Kinderärztin starke Angina. Da frage ich mich wenn die Aerzte dies nicht genau nehmen wie sollen wir sie ernst nehmen Antworten


Valérie Rappoport

13.08.2009, 09:50 Uhr
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Wie kann man ohne Wissen überhaupt urteilen? Ich selbst bin kein Virologe. Aber ehrlich gesagt, wasche ich mir lieber oft die Hände und halte mich an gewisse Hygienevorschriften, als das ganze zu ignorieren und viele Tote zu riskieren. Kostet mich ja nichts. Antworten


Mike Huber

10.08.2009, 20:43 Uhr
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Wann hört dieser von der WHO inszenierte Terror mit der nicht existierenden Schweinegrippe endlich auf? Wann lernen wir endlich wieder selber zu denken und zu handeln? Es müssen offenbar ziemich starke Interessen vorliegen die Menschen in der Schweiz mittels panischer Angst in den Griff zu kriegen und Notrecht einzusetzen oder einzuführen. Geld- und Machttrieb treiben auch seltsame Blüten! Antworten


Laura Gerber

10.08.2009, 16:03 Uhr
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Es ist eine reine Angsmacherei. Ich arbeite in einer Arztpraxis und wir haben noch keinen einzigen Fall der Schweinegrippe gehabt. Ich finde es wird masslos übertrieben. Für gesunde Menschen ist es doch nur eine stärkere Grippe. Bei der Vogelgrippe war doch fast das selbe, bei Sars etc. Und nie ist was passiert. Antworten


Bruno Frohlich

04.08.2009, 14:15 Uhr
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Dieses Riesentheater und eine gescheite Antwort von @ Frau Dr.Diethelm, denn Grippe ist nicht neu auf dieser Erde und auch egal wie sie heisst. Von leicht bis schwer braucht es die gute Behandlung durch den Arzt und wenn gegen den Virus noch kein Kraut gewachsen, Pech gehabt. Gegen die Seuche "Angstmacherei" gibt es ein Mittel: Schluss mit dem Aktionismus und bei Fieber ins Bett, beides sofort. Antworten


Sonja Wilson

04.08.2009, 11:20 Uhr
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Das ist ja wieder einmal typisch Schweizer. Nur nichts ernst nehmen, uns passiert ja eh nichts! Antworten


Lia Müller

04.08.2009, 10:54 Uhr
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Nach einer England-Reise erkrankten zwei unserer sechs köpfigen Familie. Telefonisch wurde wir angewiesen die Kranken zu Hause zu behalten und wie bei einer normalen Grippe zu behandeln. Wir anderen Vier blieben gesund. Ob es die Schweine Grippe war wissen wir nicht. So wird es vielen ergehen und wenn dann die Impfung kommt werden wir darauf verzichten. Antworten


Markus Leuwyler

04.08.2009, 02:37 Uhr
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Ist doch egal, wenn ansonsten gesunde Erwachsene an Schweinegrippe erkranken. Die Grippe ist nicht schlimmer als andere Grippen. Ich mache mir vielmehr Sorgen um kleine Kinder, wie meinen 9-monatigen Sohn. Ihn zu schützen, hat für mich oberste Priorität. Dass man im Spital nicht gleich jedes Hüestli für 360.-- Fr. untersucht, finde ich gerechtfertigt. Antworten


Kevin Boss

04.08.2009, 00:54 Uhr
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@ Herr Müller Sie wissen da ja anscheinend sehr genau Bescheid. Eine Krankheit welche so einfach zu übertragen ist so gewaltig zu unterschätzen ist kurz gesagt eine Frechheit und Verantwortungslosigkeit gegenüber älteren Menschen und solchen mit einem schwachen Immunsystem. Des Weiteren der aktuell harmlose Virus mutieren und so auch tödlicher werden. Hoffentlich wird zu ihnen Abstand gehalten Antworten


Maximilian Blöchlinger

03.08.2009, 18:16 Uhr
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Das Gesundheitswesen hinterlässt mir einen Eindruck aus dem letzten Jahrtausend. Was da alles erzählt wird wirkt gegensätzlich und wenig überzeugend. Tatsache ist, dass alle meine Kollegen, die sich gegen Grippe einmal impfen liessen, diese dann auch hatten und wie!!! Antworten


Rolf Schumacher

03.08.2009, 18:04 Uhr
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@Hofer. Tamiflu nützt nur wenn es innerhalb 24h nach Auftreten von Symptomen eingenommen wird. Tamiflu verkürzt laut Studien die Krankheitsdauer lediglich um wenige Tage. Bei chronisch Kranken und Imunsupprimierten ist dieser Effekt nicht erwiesen. Ob die Mortalität (Sterblichkeitsrate) gesenkt wird ist nicht klar. Das Geld für den Test kann man sich getrost sparen. Antworten


Thomas Baer

03.08.2009, 17:40 Uhr
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Seit Monaten schon ziert die Schweinegrippe alle Titelblätter, mit zum Teil sehr kontroversen Beiträgen und zum Teil reisserischen Titeln, die mit dem, was die Schweinegrippe eigentlich ist, kaum etwas zu tun hat! In unserer Welt vergessen wir oft, dass es schon viele andere Pandemien gegeben hat. Ob da ein "so grosses Theater" gemacht wurde, wage ich zu bezweifeln. Was war mit der Vogelgrippe? Antworten


Hansueli Ochs

03.08.2009, 17:31 Uhr
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Da wird dauernd über die steigenden Gesundheitskosten geklagt und im nächsten Atemzug nach unnötigen Untersuchungen verlangt. Wer milde Grippesymptome hat sollte einfach zuhause bleiben und auskurieren. Ob es sich bei der Erkrankung um eine neue oder alte Grippe oder eine Erkältung handelt ist völlig irrelevant, da die Massnahmen immer die gleichen sind. Antworten


Monika Diethelm-Knoepfel, Dr. med.

03.08.2009, 17:19 Uhr
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Bei den meisten Viruskrankheiten verzichtet man auf die Suche nach dem Erreger, da Tests auf Viren teuer sind und nur selten Konsequenzen für die Therapie haben, weil es gegen die meisten Viren gar keine Medikamente gibt. Ausserdem kann man in Fällen, wo Tamiflu angezeigt ist, nicht mit dem Therapiebeginn warten, bis man das Erregerresultat hat, das dauert zu lange. Antworten


Daniel Hofer

03.08.2009, 16:59 Uhr
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Ich hatte bereits vor 2 Monaten (im Juni) eine schwere Grippe - nachdem ich einen internationalen Gottesdienst besucht hatte. Der Arzt verodnete sofort TamiFlu - dass ich aber nach 3 Tagen absetzte, da ich schweren Durchfall kriegte - möglicherweise vom TamiFlu. Der Arzt sagte, dass es möglicherweise die Schweinegrippe sei - aber da ich nicht im Ausland gewesen sei, könne er keinen Test machen. Antworten


Kurt Aegeri

03.08.2009, 16:42 Uhr
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Ich kann den Ärger dieses Ehepaares gut verstehen! Ist ja eigentlich im Hinblick darauf, dass sich das Virus verändern kann, nicht uninteressant, möglichst viele Daten zu sammeln. Aber eben... auf der einen Seite hüst, auf dern andern hott. Ich hab schon ganz anderes erlebt, was in Spitälern in der Notaufnahme verschlampt worden ist. Antworten


Emil Zambello

03.08.2009, 16:41 Uhr
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Kein Wunder: Es ist nicht immer alles gut wenn man sich etwas wünscht und es dann auch kommt. Mit anderen Worten, seit Wochen/ Monaten wird man auf ein Ereignis herangezüchtet aber man erfährt nur die halbe Wahrheit. Der Schlatter mit seinen Werbespots haut dem Fass noch den Boden raus. Wir sind selber Schuld. Antworten


Kurt Müller

03.08.2009, 16:38 Uhr
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Wer die Schweinegrippe hat, erfährt es unter Umständen nie. Das ist auch gut so. Denn sonst würde wahrscheinlich bald einmal klar, dass das Ganze nur gnadenlos von der Pharmalobby und den Medien aufgebauscht wurde. Wie auch immer, die Würfel sind gefallen, Pharma und Medien haben zulasten des arglos-dummen Bürgers bereits ihre Schäfchen ins Trockene gebracht. Antworten



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