Schweinegrippe: Worst-Case wäre ein Glücksfall für Roche

Von der grossen Pandemie-Panik profitiert der Pharma-Gigant Roche. Sein Medikament Tamiflu ist gefragt wie nie. Kommt es zur grossen Seuche, macht Roche ein gutes Geschäft.

Wieder gefragt: Roches Medikament Tamiflu.

Wieder gefragt: Roches Medikament Tamiflu.
Bild: Keystone

Während die Hysterie um die Schweinegrippe stetig steigt, legt auch Roche an der Börse kräftig zu. Zusammen mit GlaxoSmithKline profitiert Roche derzeit wohl am stärksten von der Angst vor der Schweinegrippe. Denn Roches Tamiflu und Relenza von GlaxoSmithKline scheinen die wirksamsten Medikamente gegen den neuen Grippevirus zu sein.

Gut vorbereitet

«Natürlich gehen bei uns Bestellungen ein», sagt Roche-Sprecherin Martina Rupp. Es gebe einzelne Länder, die ihre Tamiflu-Bestände erhöhen wollen. Auch wenn weltweit ein Vorrat an 220 Millionen Packungen besteht. «Die Welt war noch nie so gut auf eine Pandemie vorbereitet wie heute», so Rupp.

Tamiflu dürfte für den Pharma-Giganten nach dem Boom während der Vogelgrippe wieder an Bedeutung gewinnen. «Alle unserer Medikamente sind wichtig», erklärt Rupp, «aber Tamiflu hat aufgrund der aktuellen Lage im Moment einen höheren Stellenwert.»

Zusätzliches Umsatzvolumen

Zwar hat der Verkauf von Tamiflu 2008 nur 1,3 Prozent der Gesamtverkäufe ausgemacht: Roche setzte Tamiflu im Wert von 609 Millionen Franken ab, bei einem totalen Verkaufsvolumen von 45,61 Milliarden Franken. Doch in den Jahren 2006 und 2007, in denen das Medikament wegen der Vogelgrippe boomte, verkaufte Roche Tamiflu im Wert von 4 Milliarden Franken an diverse Regierungen. Das Geschäft mit der Krise ist also durchaus lukrativ.

Auch Analysten rechnen mit einem zusätzlichen Umsatzvolumen von rund 1 Millarde Dollar, wenn Länder ihre Tamiflu-Bestände wieder aufstocken wollen.

Gemäss Rupp ist es auch durchaus möglich, die Produktionskapazitäten von Tamiflu wieder auf 400 Millionen Packungen pro Jahr auszubauen. Bislang hat die WHO aber noch keine Tamiflu-Lieferung angefordert. (Tagesanzeiger.ch/Newsnetz)

Erstellt: 28.04.2009, 13:50 Uhr

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