Schweinegrippefälle haben sich mehr als verdoppelt

Obschon das Risiko gering ist, ist statistisch gesehen in der Schweiz mit Todesfällen zu rechnen – womöglich auch unter jüngeren Personen.

Bewährte Hausmittel bei Erkältungen und Grippe

Bei Fieber Möglichst zwei verschiedene fiebersenkende Mittel (zum Beispiel Paracetamol und Ibuprofen oder Diclofenac) vorrätig halten. Die abwechselnde Einnahme verhindert Überdosierungen. Kindern kein Aspirin geben!

Essigwickel entziehen dem Körper Wärme. Je nach Rezept zwei Esslöffel bis einen Liter Essig mit einem Liter kaltem Wasser mischen und ein paar Eiswürfel dazugeben. Tücher darin tränken, auswringen und die Waden damit umwickeln. Trockene Aussentücher darum herum. (Und die Matratze vor der Nässe schützen.)

Bei trockenen Schleimhäuten Heisses Wasser mit einer Handvoll Salz oder Thymian- oder Kamillentee in eine Schüssel geben, Kopf drüberhalten und mit einem Tuch abdecken. Bei Kindern warmes Wasser und ätherische Öle (kein Kampfer, kein Menthol) benützen, da sie die Schüssel umstossen und sich verbrühen könnten. Vorsicht bei Allergien.

Bei verstopfter Nase 0,9-prozentige Kochsalzlösung (am besten Meersalz) parallel zum Nasenrücken mit einer Spritze hochspritzen oder hochziehen.

Bei Halsschmerzen Gurgeln mit Salbeitee; Tee danach ausspucken. Oder Quark auf ein Tuch streichen, auf der Heizung etwas erwärmen, auflegen, bis er eingetrocknet ist.

Bei Husten Gekochte, zerdrückte Kartoffeln oder zerhackte Zwiebeln (roh oder gedämpft) auf ein Tuch streichen, einwickeln und schön warm auf die Brust legen. Achtung: bei Säuglingen und Kleinkindern keine kampfer- oder mentholhaltigen Salben auf die Brust streichen! (mfr)

Die Schweinegrippe hat die Schweiz flächendeckend erreicht. Seit drei Wochen steige die Zahl der Grippefälle rasant an, erklärte Patrick Mathys vom Bundesamt für Gesundheit am Donnerstag vor den Medien in Bern. «Wir sind jetzt in der exponentiellen Wachstumsphase dieser Grippe-Epidemie», sagte Mathys.

Was das heisst, zeigt der Blick auf die Statistik der letzten vier Wochen: In der Woche 42 wurden im Labor bloss 39 Fälle nachgewiesen. Eine Woche später waren es 112, zwei Wochen später 316. Letzte Woche hat sich diese Zahl mit 773 Fällen mehr als verdoppelt. Insgesamt wurden in der Schweiz seit Beginn der Zählungen im Sommer 2556 Fälle im Labor bestätigt. Die Zahl der effektiv am Virus (H1N1) Erkrankten soll um ein Vielfaches höher liegen. Mittlerweile sind praktisch alle Kantone betroffen. Eine Insel bildet einzig noch der Kanton Uri.

Nach Alterskategorien aufgeschlüsselt, sind junge Menschen zwischen 10 und 19 Jahren am meisten betroffen. Dahinter folgen die 20- bis 29-Jährigen. Im ganzen Land mussten letzte Woche wegen der Grippe 15 Personen ins Spital. Derzeit befinden sich 12 Personen in Intensivpflege.

«Höhepunkt in drei Wochen»

Die H1N1-Grippewelle kommt vergleichsweise früh. Üblicherweise erreiche die Grippe erst Ende Januar ihren Höhepunkt, sagt Yves Thomas vom Nationalen Referenzzentrum in Genf. «Wenn das H1N1-Virus sich so verhält wie andere Grippeviren, erwarten wir den Höhepunkt der Ausbreitung bereits in drei bis vier Wochen», sagt Thomas.

Mittlerweile liegen Daten aus mehreren Ländern vor, in denen das neuartige Virus schon zirkulierte. Bezogen auf 100'000 Einwohner kamen in den USA etwa 3 erkrankte Personen ins Spital, in Chile waren es 8, in Argentinien 16 und in Neuseeland 22. Dass vor allem Kinder unter fünf Jahren betroffen waren, beobachteten sowohl die Ärzte in Australien als auch jene in Nord- und Südamerika. Bezogen auf 100'000, erkrankten beispielsweise in Argentinien 39 Kinder unter fünf Jahren.

Ausfälle im Gesundheitswesen

Bei sehr wenigen Infizierten führte die Krankheit zum Tod. In Deutschland (82 Millionen Einwohner) starben bisher 12 Personen an der H1N1-Grippe, in Italien (20 Millionen) 38, in Irland (4,2 Millionen) waren es 14. Dort könnte die Grippeaktivität ihren Höhepunkt bereits überschritten haben. Bei der bisherigen Spitze vor drei Wochen konsultierten dort zwei- bis viermal so viele Menschen wegen grippaler Beschwerden einen Arzt, verglichen mit den drei vorangegangenen Grippeperioden.

Zu Problemen führte die Grippe einem US-Bericht zufolge im argentinischen und im neuseeländischen Gesundheitswesen. In Argentinien fielen krankheitsbedingt zeitweilig in manchen Regionen bis zu 40 Prozent der Mitarbeiter aus. (mfr/SDA)

Der Samariterbund bietet Kurse in häuslicher Pflege an. Dort lernen die Teilnehmer unter anderem, einen Bügeltisch als Esstisch am Bett und eine Pet-Flasche als Urinflasche zu verwenden. Ausserdem üben sie, wie sie Kranken – ihren eignen Rücken schonend – aufhelfen können. Nützliche Informationen für Eltern: www.swiss-paediatrics.org/parents/pigs-elterninfoh1n1-ge.pdf (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 13.11.2009, 04:00 Uhr

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