Welche Nebenwirkungen bisher aufgetreten sind
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Impfmüde Schweizer
Nur wenige sich laut Umfrage impfen lassen (Kästchenmeldung)
In der Schweiz wollen sich laut einer Umfrage nur wenige gegen die Schweinegrippe impfen lassen. Eine Befragung von 606 Personen im Auftrag des «SonntagsBlicks» und der Tessiner Zeitung «il caffe» hat ergeben, dass nur gerade 9,8 Prozent erklärten, dass sich sich impfen lassen wollen oder dass sie dies bereits getan hätten. 86,4 Prozent sagten Nein, und 3,8 Prozent wussten es noch nicht oder gaben keine Antwort. 67,8 Prozent der Befragten in der Deutschschweiz, in der Romandie und im Tessin gaben zudem an, dass sie überhaupt keine Angst vor der Schweinegrippe hätten. Der Anteil jener, die ein wenig oder sogar grosse Angst haben, beläuft sich auf 12,9 beziehungsweise 1,4 Prozent. Die Information der Behörden wurde mehrheitlich als übertrieben bewertet. 19,6 Prozent bezeichneten sie sogar als weit übertrieben, und für 39,6 war sie leicht übertrieben. Angemessen fanden sie nur gerade 33,1 Prozent der Befragten. Die maximale Standardabweichung der telefonischen Umfrage durch Isopublic wurde auf &/-4,1 Prozent beziffert.
Nach Angaben des in Deutschland für die Impfstoffzulassung zuständigen Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) wurden in Schweden bisher etwa 1,4 Millionen Dosen Pandemrix ausgeliefert, nicht bekannt sei aber, wieviele davon bereits verimpft wurden. Pandemrix steht in der Kritik, weil es Adjuvanzien, also Wirkstoffverstärker, enthält, die häufig Nebenwirkungen auslösen. Die schwedische Arzneimittelbehörde hat inzwischen Informationen zu Verdachtsfällen unerwünschter Nebenwirkungen veröffentlicht. Insgesamt habe die Behörde bisher 600 bis 700 Meldungen von Verdachtsfällen unerwünschter Nebenwirkungen erhalten. Dabei weiche das Spektrum der Nebenwirkungen nicht von dem in klinischen Studien beobachteten Spektrum ab.
Nach der Impfung starben demnach fünf Patienten, derzeit gebe es aber keine Hinweise auf einen ursächlichen Zusammenhang. Alle fünf Patienten waren chronisch krank, drei waren älter als 74, die anderen beiden zwischen 54 und 65 Jahre alt.
Auch anaphylaktische Reaktionen nach Impfung
Das PEI weist darauf hin, dass bei 37 Patienten allergische Reaktionen gemeldet wurden, 15 davon waren schwerwiegend. Nach Angaben der schwedischen Behörde habe es vier anaphylaktische Reaktionen in ursächlichem Zusammenhang mit der Impfung gegeben. In keinem Fall aber sei es zu einem anaphylaktischen Schock gekommen. Bei zwei Patienten sei eine Allergie gegen Hühnereiweiss bekannt gewesen, dabei habe es zumindest bei einem Fall eine anaphylaktische Reaktion gegeben.
Unter einer anaphylaktischen Reaktion versteht man eine schwere allergische Sofortreaktion, die meist überraschend als Überreaktion bei Kontakt mit einer Allergie auslösenden Substanz auftritt. Laut PEI sind solche Reaktionen nach Impfungen ausgesprochen selten, man schätzt, dass pro einer Million Dosen ein bis zehn Fälle auftreten.
In der Schweiz wird in rund zwei Wochen mit der Impfung gegen die Schweinegrippe begonnen. Das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic hat zwei Impfstoffe zugelassen, und zwar Pandemrix von GlaxoSmithKline und Focetria von Novartis. Die 13 Millionen bestellten Impfdosen werden ab Ende Oktober in mehreren Tranchen an die Kantone geliefert. (cpm/ap/)
Erstellt: 01.11.2009, 14:25 Uhr





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