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Immer diese Spanier!

Von Bettina Hübschen-Leinenbach. Aktualisiert am 23.02.2009

Wenn man einen Sachverhalt seltsam findet, dann kommt einem das «spanisch» vor. Warum eigentlich?

Die Redensart entstand im 16. Jahrhundert. Damals wurde ein gewisser Carlos, ein Adliger spanischer Abstammung, zum deutschen Kaiser gekrönt. Aus Carlos wurde Karl V. Der junge Mann vermisste die Gebräuche seiner alten Heimat und erklärte das Spanische spontan zur offiziellen Hofsprache.

Doch damit nicht genug: Der Hofstaat wurde dazu angehalten, sich nach spanischer Mode zu kleiden und sich auch der iberischen Etikette entsprechend zu verhalten. Ob diese Kulturimporte dem Heimwehspanier halfen, sich im zugigen Mitteleuropa zu akklimatisieren, ist nicht belegt.

Das ganze Getue kam den deutschen Höflingen jedenfalls irgendwann «spanisch» vor. Sie waren es nicht gewohnt, sich auf neue Situationen einzustellen, und distanzierten sich verbal. Die Redensart kommt heute immer dann zum Einsatz, wenn einem Sachverhalte befremdlich vorkommen. Ursprünglich wurde sie vor allem gebraucht, um die eigene Kultur als überlegen darzustellen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 23.02.2009, 13:03 Uhr

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