Wissen

Schmeckt das Bier?

Von Bettina Hübschen-Leinenbach. Aktualisiert am 23.02.2009

Wenn eine Situation aussichtslos erscheint oder sich ein Mensch besonders ungeschickt anstellt, sagt man schon mal: Da ist Hopfen und Malz verloren.

«Ich habe dir doch schon tausendmal gesagt, dass du beim Abbiegen über die Schulter gucken musst!» Der Fahrlehrer rauft sich die Haare. Dieser Fahrschüler wird ihm noch den letzten Nerv rauben, so viel steht fest. Der Profi seufzt: «Bei dir ist wirklich Hopfen und Malz verloren.»

Bitte was? Hopfen und Malz? Was haben denn die klassischen Zutaten, die man zum Bierbrauen benötigt, mit dieser schier ausweglosen Situation zu tun? Die Antwort ist einfach: Früher kaufte man sein Feierabendbierchen nicht im Coop und auch nicht an der Tankstelle. Wer den Gerstensaft geniessen wollte, der war gezwungen, sich selbst als Braumeister zu versuchen. Im Mittelalter wurde vor allem in den Klöstern gebraut. Es gibt noch heute einige Biersorten, die namentlich auf diese Tradition verweisen, zum Beispiel das Franziskaner-Bier.

Im Laufe der Jahrhunderte wagten sich auch immer mehr Bauern und Bürger an die hohe Kunst des Bierbrauens. Die Hausfrau ging zum Markt und erwarb den teuren Hopfen. Das Malz stellte sie selbst her, indem sie Gerstenkörner zum Keimen brachte. Der Keimling musste später jeweils in mühevoller Handarbeit entfernt werden. Die Körnerreste konnten nun bei hohen Temperaturen «gedarrt», das heisst getrocknet, werden. Diesen gesamten Vorgang bezeichnet man als Mälzung. Übrigens: Die Darrtemperatur entscheidet mit, ob aus den Grundstoffen später ein Pils oder beispielsweise ein Altbier entsteht. Mit Hefe und Wasser konnte dann der eigentliche Brauvorgang beginnen.

Die Brühe ist ungeniessbar

Da die Bierherstellung eine hohe Kunst ist, misslang das Vorhaben entsprechend häufig. Die Frage: «Schmeckt das Bier?» musste oft mit einem Kopfschütteln beantwortet werden. Wenn sowohl der Hopfen als auch das Malz verloren waren, dann war nicht nur ein grosser wirtschaftlicher Schaden entstanden. Der Hobbybrauer hatte auch viel Zeit und Mühe investiert.

Das Sprichwort ist in seiner heutigen Bedeutung seit dem 16. Jahrhundert belegt. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 23.02.2009, 12:58 Uhr

Populär auf Facebook Privatsphäre

Telefonbuch

Marktplatz

Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!

Online-Kadermarkt

ALPHA.CH: der online-Kadermarkt der Schweiz.

Online-Kadermarkt

ALPHA.CH: der online-Kadermarkt der Schweiz.