Wer hat uns das eingebrockt?
Von Bettina Hübschen-Leinenbach. Aktualisiert am 23.02.2009
Manchmal muss man die Suppe, die einem ein anderer eingebrockt hat, alleine auslöffeln. Will heissen, man ist verantwortlich und muss das Beste aus einer verfahrenen Situation machen. Hier findet sich ein wichtiger Hinweis auf den Ursprung der Redensart. Das sprichwörtliche Einbrocken hat nämlich nichts mit dem Begriff «Brocken» für alte Kleider oder Tand zu tun. Gemeint sind auch nicht die Gesteinsbrocken, obwohl diese Herleitung nachvollziehbar wäre, denn das Einbrocken hat ja auch etwas von «Jemandem Steine in den Weg legen».
Früher streuten sich die Menschen Brotkrumen in die Suppe, um der dünnen Brühe etwas mehr Substanz zu verleihen. Wer es dabei übertrieb, sah sich schnell einer klebrigen Masse gegenüber, die er wohl oder übel auslöffeln musste. Man kann sich selbst etwas einbrocken, denkbar ist aber auch, dass einem eine andere Person das Leben respektive die Suppe schwer macht. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 23.02.2009, 13:01 Uhr





