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Wie die Kuh ihre Haut verlor

Von Bettina Hübschen-Leinenbach. Aktualisiert am 23.02.2009

Nimmt sich eine Person zu viel heraus, dann sagt man: Das geht auf keine Kuhhaut. Warum nur?

«Jetzt reicht es!» Der sonst so sanften Frau Meier platzte der Kragen: «Das, was sich Frau Müller erlaubt, das geht auf keine Kuhhaut.»

Das Sprichwort, in dessen Zentrum ein Stück Rindsleder steht, entstand im Mittelalter. Damals glaubte man, der Teufel würde ein Sündenregister über sämtliche Taten der Menschen führen. Und am Ende des Lebens käme es zur Generalabrechnung, die über die Aufnahme in den Himmel oder die Verbannung in die Hölle entscheiden würde: Anno 1034 beim Kirchgang zwischen Vaterunser und Ave Maria eingenickt - ein Eintrag. Unkeusch an die dralle Magd Berta gedacht - noch ein Eintrag. Und so weiter...

Da man im Europa der damaligen Zeit Papier nur vom Hörensagen kannte, wurden die meisten Schriften auf Pergament verfasst. Pergament ist nichts anderes als Leder, also eine bearbeitete Tierhaut. Aus Kostengründen verwandte man meist Rindsleder.

Wenn etwas auf keine Kuhhaut geht, dann ist auf besagtem Stück, dass immerhin an die vier Quadratmeter misst, kein Platz mehr für eine neue Verfehlung. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 23.02.2009, 12:59 Uhr

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