Wie kommt der Berg auf den Kopf?
Von Bettina Hübschen-Leinenbach. Aktualisiert am 23.02.2009
Herr Klein, Gast in einem 5-Sterne-Resort, ist vollkommen ausser sich. Da hat doch dieser andere Gast am Buffet den Servierlöffel in den Mund gesteckt und ihn anschliessend wieder zurückgelegt. «Igitt! Wenn ich nur daran denke, stehen mir schon die Haare zu Berge.»
Auf den ersten Blick erscheint die Redensart rätselhaft. Wie sollen denn die Strähnen aus eigenem Antrieb die Erdanziehung überwinden? Ein Blick ins Tierreich hilft zu verstehen. Säugetiere haben ein isolierendes Fell, das sie vor Kälte schützt. Wenn es besonders kalt ist, dann richten sich die einzelnen Härchen auf, um die Luftschicht zwischen Haut und Aussenwelt zu verbreitern.
Gänsehaut bei Kälte
Menschen haben in der Regel kein Fell mehr, ihre Körperbehaarung kann allenfalls als Rest dieser ursprünglichen Bedeckung gelten. Wenn wir frieren, können wir das Phänomen des Haareaufstellens dennoch beobachten: Winzige Muskeln, die um die einzelnen Haarbälge liegen, ziehen sich zusammen. Die Haare richten sich auf, es entsteht eine Gänsehaut.
Dieser Vorgang wird vom vegetativen Nervensystem gesteuert und kann willentlich nicht beeinflusst werden. Die Reaktion läuft nicht nur ab, wenn wir frieren, sondern auch, wenn wir Angst haben oder schlicht berührt sind. Erleben wir etwas Entsetzliches, dann kann es sogar passieren, dass sich nicht nur die Körper-, sondern auch die Kopfhaare sträuben. Wenn jemandem «die Haare zu Berge stehen», dann ist er emotional stark involviert.
Übrigens: Im Tierreich dient das Aufstellen des Fells auch dazu, sich grösser zu machen. Mögliche Feinde sollen so bereits im Vorfeld abgeschreckt werden. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 23.02.2009, 12:54 Uhr
Familie, Beruf und Studium
Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.
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