Diese Lücke hat ihre Tücken
Von Renate Sturzenegger. Aktualisiert am 07.07.2009
Frau Keller ist genervt. Als berufstätige Mutter stellt ein kurzfristiger Schulausfall sie einmal mehr vor Probleme. Wie gut, dass ihre Freundin Brigitte in die Bresche springt und die kleine Tina für einen halben Tag übernimmt.
«Bresche» ist ein Begriff aus der Kriegsführung. Er steht für eine Lücke, die beim Sturm auf eine Festung von den Angreifern in die Mauer gerissen wird. Abgeleitet wurde das Wort vom französischen Begriff «brèche», was soviel heisst wie Scharte oder Riss und seinerseits dem altfränkischen «breka» für «brechen» entstammt. Der Durchbruch der Festungsmauer verhalf zwar oft zum Sieg, doch war es gefährlich, als Erster in die Bresche zu springen. Die Ersten beissen ins Gras
Ein berühmtes Beispiel solchen Heldenmutes findet sich in der Sage von Arnold Winkelried, der sich 1386 bei der Schlacht von Sempach mehrere feindliche Spiesse gegriffen und so eine Bresche für seine Mitstreiter gebahnt haben soll. Winkelried bezahlte die Tat mit dem Tod; den Eidgenossen aber verhalf sie der Sage nach zum Sieg über Leopold III. von Österreich. Seit dem 18. Jahrhundert wird der Begriff «Bresche» auch im übertragenen Sinn verwendet. So bei Bismarck, der bei verschiedenen Gelegenheiten betonte, sein Leben lang «für das Königtum kämpfend» auf der Bresche gestanden zu haben. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 07.07.2009, 16:23 Uhr



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