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Rosige Zeiten sind rar

Wer am Ziel seiner Träume angelangt ist und keine Not kennt, liegt sprichwörtlich wie auf Rosen gebettet. Woher stammt das Bild vom blumigen Nachtlager?

Lolas Speisezettel für die nächsten Tage sieht folgendermassen aus: am Montag Spaghetti mit Käse, am Dienstag Penne mit Parmesan und am Mittwoch Nudeln mit Butter. Die Studentin ist mit ihrem knappen Budget eindeutig nicht auf Rosen gebettet. Auf Rosen gebettet dagegen ist, wer sich in einem rundum glücklichen Zustand befindet und weder existenzielle noch andere Sorgen hat.

Die Redensart wird heutzutage nur noch im übertragenen Sinne gebraucht. Im Altertum betteten sich die Herrschenden buchstäblich auf Rosen. Im alten Rom schmückten die Blüten bei Gastmählern die Häupter der Trinkenden. Bleibt zu hoffen, dass sämtliche Dornen vorher sorgfältig entfernt worden waren. Glaubt man antiken Quellen, dann liess Kaiser Nero bei seinen opulenten Gelagen Rosen aus Öffnungen in der Decke herabregnen. Und bei Kleopatra war einst der Fussboden des Speiseraums eine Elle hoch mit Rosen bedeckt. Noch heute streut man vereinzelt bei festlichen Anlässen Rosenblütenblätter.

Im Englischen existiert eine ähnliche Redensart. «Their path is strewn with roses» heisst so viel wie: Auf ihren Weg wurden Rosenblätter gestreut. In Frankreich heisst es «Couché sur des roses».

Den Moment, in dem man wie auf Rosen gebettet ist, sollte man auskosten. Das wusste auch der Dichter Johann Martin Usteri, der den Text des Volksliedes «Freut euch des Lebens» 1793 in Zürich verfasste. Die Zeile «Pflücket die Rose, eh’ sie verblüht» ist als erotische Metapher zu verstehen. Auch in Goethes Heideröslein steht die Rose sinnbildlich für die Jungfräulichkeit eines Mädchens.

Symbol der Verschwiegenheit

Eine ganz andere Bedeutung hatte die Königin der Blumen einst in Klöstern. Über dem Tisch aufgehängt diente sie dazu, an das Siegel der Verschwiegenheit zu erinnern. Niemand sollte später ausplaudern, was bei Tisch gesprochen worden war. Allerdings gab es wohl auch nicht viel zu erzählen, denn – wenn sie auch keine Not litten – auf Rosen gebettet waren die Mönche nicht. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 05.05.2009, 10:32 Uhr

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1 Kommentar

Ronnie König

05.05.2009, 13:24 Uhr
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Kleine Anmerkung: im antiken Rom und Persien schritten frisch gekrönte Häupter auf Rosen daher. Allerdings nur auf den Blütenblätter. Irgend ein gescheiter Mensch berechnete ein Mal die Menge in Tonnen! Es war eine sehr grosse Zahl. Das war auch den gekrönten Häupter der Mittelalters bekannt. Daher die Rosen in den Gärten. Und Rosen für die Angebetete. Eine 3tausend Jahre alte Kulturgeschichte. Antworten



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