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Einmaliger Fund am Bielersee

Bei Ausgrabungen am Bielerseeufer haben Archäologen eine überraschende Entdeckung gemacht. Der Fund wirft ein neues Licht auf die Pfahlbauer.


In den letzten zwei Jahren haben Archäologen am Bielerseeufer nach Pfahlbauernsiedlungen gegraben. Dabei stellte sich heraus, dass die ältesten baulichen Spuren von zwei Gebäuden in der Gemeinde Sutz-Lattrigen aus den Jahren 3391 und 3389 vor Christus stammen.

Besonders interessante Baubefunde wurden jedoch bei einem Dorf entdeckt, das sich ab 3205 vor Christus entwickelte und in mehreren Phasen bis mindestens 3122 vor Christus bestand. Der Archäologische Dienst des Kantons Bern stiess dort seiner Einschätzung zufolge auf aussergewöhnliche Pfahlbausiedlungen. Auffallend sei eine Verteidigungsanlage in Form einer überraschend gross und mächtig angelegten Palisade. Vergleichbares sei bislang aus der Seeuferarchäologie Mitteleuropas nicht bekannt gewesen.

Völlig neu

Ähnliche Anlagen träten ansonsten erst in der Frühen Bronzezeit, das heisst mehr als 1500 Jahre später, auf. Befestigte Dörfer aus der Zeit um 3200 vor Christus seien für die Forschung hingegen völlig neu und würden ein neues Licht auf das soziale Verhalten der frühen Seeländer werfen. Die bei den Pfahlbauern entdeckte Verteidigungsanlage lasse darauf schliessen, dass es auch in diesen Zeiten nicht immer friedlich zu und her gegangen sei.

Am Uferabschnitt der Gemeinde Sutz-Lattrigen am Bielersee befinden sich insgesamt sieben prähistorische Pfahlbau-Siedlungsareale aus der Zeit zwischen 4300 und 1600 vor Christus. (se/ap/)

Erstellt: 15.05.2009, 15:03 Uhr

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