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Was vom Kalten Krieg noch übrig ist

Der Niederländer Martin Roemers hat Relikte des Kalten Krieges fotografiert: eine gespenstische Galerie aus Moder, Mief und Rost der Sechzigerjahre.

1/5 Bunker der NVA
Blick in eine Bunkeranlage in Wollenberg, Ostdeutschland. Die Anlage diente als Kommunkationszentrum für die Nationale Volksarmee der DDR.
Bild: Martin Roemers

   

Der Kalte Krieg ist seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion vorbei, doch überall entdeckt man noch Landstriche, die vom Ost-West-Konflikt zeugen. Martin Roemers, bekannt durch Aufnahmen von Weltkriegsveteranen und Afghanistan-Kämpfern, begab sich 1997 in Europa auf die Spurensuche. Seine Arbeiten hat er im soeben erschienenen Bildband «Relics of the Cold War» veröffentlicht. Roemers stieg in unterirdische Tunnel, fotografierte verlassene Schaltzentralen, ehemalige Kasernen, abgewrackte Panzer und zerstörte Statuen.

Manchmal schwierige Arbeit

Auf die Idee für sein Projekt kam Roemers 1997 während eines Besuchs in Brandenburg, wo er verlassene Gebäude der Sowjet-Armee besichtigte. Die meisten Motive fand er im Osten, wo sich die Behörden kaum für seine Arbeit interessierten. Im Westen, wo Anlagen teilweise noch in Betrieb sind, gestaltete sich die Arbeit schwieriger. So wurde ihm in den Niederlanden der Zugang zu zwei Bunkern verwehrt.

Doch auch im Osten war die Arbeit nicht immer einfach, wie folgende Episode zeigt, die Roemers auf Spiegel.de schildert: Er besuchte in der Nähe von Kaliningrad eine Militärkaserne, die offenbar kurz vor dem Einsturz stand. Im Glauben, dass hier wohl keine Soldaten mehr stationiert sind, begann er zu fotografieren. Wenig später griffen ihn auf dem Gelände zwei Rotarmisten auf und führten ihn in die Baracke ab. Weil Roemers ein wenig russisch sprach, löste sich die Angelegenheit schnell auf. Der eigens für ihn eingeflogene Geheimdienst-Offizier beschlagnahmte allerdings seinen Film.

«Relics of the Cold War», Martin Roemers, erschienen im Hatje Canz Verlag, 144 Seiten. (ah)

Erstellt: 11.12.2009, 07:26 Uhr

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