Wutausbrüche, Nägelkauen: Hitlers rüpelhafte Manieren
Von Norbert Raabe. Aktualisiert am 01.09.2009
Die Dokumente wurden bei der Räumung eines Hauses im Südwesten der USA zufällig gefunden. Die Aufzeichnungen mit dem Vermerk «Geheimkopie Nummer 173», die im kommenden Monat in Los Angeles versteigert werden sollen, basieren offenbar auf Befragungen eines Bediensteten des Nazi-Diktators. Der namentlich nicht genannte Offizier koordinierte in der Wolfsschanze im heutigen Polen die Termine.
Der Mitarbeiter berichtete laut der britischen Zeitung «Telegraph» nicht nur von Hitlers regelmässigen Wutausbrüchen, mit denen er seine Offiziere ständig terrorisierte, sondern auch von Manieren, die seine Tischgenossen vor Ekel erstarren liessen. Hitler habe während der Mahlzeiten seine Fingernägel gekaut und Kuchen gierig herunter geschlungen. «Hitler isst schnell, mechanisch», schreib der Offizier. Zudem waren seine Gespräche offenbar irritierend: Oft sei er in Gedanken verloren gewesen und habe seine Umgebung kaum wahrgenommen.
Ein bis zwei Gläser Bier
Die Papiere sind Teil eines Berichts aus der Zeit, als der Zweite Weltkrieg sich seinem Ende näherte. Wie es beim amerikanischen TV-Sender Fox News heisst, wurden sie vermutlich von einem britischen Offizier aufgehoben.
Der deutsche Soldat in der Wolfsschanze war im Jahr 1943 mehrere Monate lang dort stationiert und sass mindestens 30 Mal mit Hitler zu Tisch. Zu seinen Beobachtungen zählte auch, dass der Diktator in jener Zeit fast ausschliesslich Gemüse und Früchtekompott gegessen haben soll. Er habe das Rauchen in seiner Nähe verboten, aber zu jedem Essen ein bis zwei Gläser Bier getrunken. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 01.09.2009, 10:16 Uhr







