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Aerobic ist gut fürs Hirn

Aktualisiert am 31.01.2011

Mit dem richtigen Training lässt sich der Gedächtnisverlust im Alter aufhalten, besagt eine US-Studie. Aerobic fördere sogar das Wachstum, der Gehirnregion, die fürs Erinnern zuständig ist.

Ist nicht nur für den Körper, sondern auch für den Geist gut: Bewegung.

Ist nicht nur für den Körper, sondern auch für den Geist gut: Bewegung.
Bild: Keystone

Schon ein leichtes Aerobic-Training führt zur Vergrösserung eines bestimmten Gehirnbereiches und damit zu einer Verbesserung des Gedächtnisses, berichten US-Forscher im Fachmagazin «PNAS».

Es sei deshalb auch nicht vergebens, noch im fortgeschrittenen Alter mit Sport zu beginnen, schreiben die Forscher um Krik Erickson von der Universität von Pittsburgh. Im Gegenteil: Der im Alter häufig festzustellende Gedächtnisverlust lässt sich mit dem richtigen Training wirkungsvoll aufhalten.

Bei älteren Menschen schrumpft der Hippocampus im Gehirn - das ist die Region, die an allen wesentlichen Gedächtnisprozessen beteiligt ist - um ein bis zwei Prozent im Jahr, und zwar auch bei gesunden Menschen. Das geht einher mit einer Verschlechterung der Denkleistungen allgemein und mit einem höheren Risiko, an Demenz zu erkranken.

Besser als Dehnübungen

Die neue Studie mit 120 älteren Erwachsenen zwischen 55 und 80 Jahren zeigt jedoch, dass dieser Vorgang nicht unausweichlich ist. Nach dem Zufallsprinzip wurden die Probanden in zwei Gruppen eingeteilt. Eine der Gruppen erhielt dreimal wöchentlich ein Aerobic-Training, die andere absolvierte regelmässig Dehnübungen.

Nach einem Jahr war eine bestimmte Region des Hippocampus in der Aerobic-Gruppe um etwa zwei Prozent grösser geworden. In der Stretching-Gruppe hingegen war diese Region um etwa 1,4 Prozent geschrumpft. Der Zuwachs um zwei Prozent bedeute damit quasi einen Gewinn an Hippocampus-Volumen von ein bis zwei Jahren, schreiben die Forscher.

Die Aerobic-Gruppe zeigte nach Abschluss des Versuchs zudem bessere Gedächnisleistungen als zu Beginn, wie entsprechende Tests ergaben. Mit der Zunahme des Hippocampus-Volumens stieg auch der Gehalt eines bestimmten Moleküls, des so genannten BDNF (brain- derived neurotrophic factor).

Hirn schrumpft nicht zwingend

Dieses Molekül wird mit Lern- und Gedächtnisprozessen in Verbindung gebracht. Es ist beteiligt an der Neubildung von Nervenzellen und lässt neue Fortsätze an den Nervenzellen spriessen, die für die elektrische Reizübertragung notwendig sind.

«Bisher glaubten wir, das Schrumpfen des Hippocampus im späteren Leben sei fast unausweichlich», sagte Erickson laut einer Pressemitteilung. «Wir haben aber gezeigt, dass schon gemässigtes Training für ein Jahr diese Struktur vergrössern kann. Das Gehirn bleibt auch in diesem Stadium veränderbar.» (miw/sda)

Erstellt: 31.01.2011, 22:59 Uhr

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