Antidepressivum als «Viagra für Frauen»
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Ein ursprünglich als Antidepressivum konzipierter Wirkstoff soll als eine Art «Viagra für Frauen» geeignet sein. Forscher fanden in Studien mit dem Mittel Flibanserin die unerwarteten, aber nicht unangenehmen Nebenwirkungen
Die Tests mit 2000 Frauen vor den Wechseljahren hätten zwar die Unwirksamkeit von Flibanserin bei der Behandlung von Depressionen gezeigt, sagte Studienleiter John Thorp an einem Kongress für Sexualmedizin im französischen Lyon. Gleichzeitig hätten die Studien aber ergeben, dass das Medikament bei den Frauen die Libido steigere.
Überwindung mangelnder Lust
Flibanserin wurde von der deutschen Pharmafirma Boehringer Ingelheim entwickelt. Bei den Tests in Europa, Kanada und den USA auf Wirksamkeit gegen Depressionen wurde auch untersucht, ob die Frauen befriedigende Sexualkontakte hatten. Es zeigte sich, dass das sexuelle Lustempfinden bei einer Gabe von 100 Milligramm pro Tag deutlich zunahm.
Thorpe wies auf die Unterschiede im Sexualverhalten von Männern und Frauen hin: Während Viagra zu einer Behebung von Erektionsschwächen bei Männern eingesetzt werde, gehe es bei Frauen um Überwindung mangelnder Lust. «Männer bleiben interessiert, verlieren aber die Fähigkeit zum zufriedenstellenden Handeln, Frauen jedoch verlieren das Interesse.»
Die Wirkungsweise der Medikamente sei entsprechend unterschiedlich, erklärte der an der Universität North Carolina forschende Thorpe. Viagra stimuliere den Blutfluss, Flibanserin hingegen wirke «auf das Gehirn». Flibanserin ist derzeit nicht im Handel, sondern wird nur bei klinischen Versuchen eingesetzt. (etr/sda)
Erstellt: 18.11.2009, 09:55 Uhr








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