Wissen

Bei 280 Schweizerinnen wurde gepfuscht

Aktualisiert am 31.01.2011 16 Kommentare

Mindestens 280 Frauen aus der Schweiz haben sich fehlerhafte Silikonkissen der französischen Firma PIP implantieren lassen. Dennoch raten Ärzte, die Kissen nicht zu entfernen.

Haben eine höhere Tendenz zu reissen: Brustimplantate der Firma PIP.

Haben eine höhere Tendenz zu reissen: Brustimplantate der Firma PIP.

Swissmedic-Sprecherin Isabel Scuntaro bestätigte die vom Westschweizer Radio RSR gemeldete Zahl der betroffenen Frauen – 280 Personen haben sich schlechte Silikonkissen einpflanzen lassen. Die Kontrollstelle für Heilmittel habe die Ärzte der Frauen kontaktiert. Diese sollten sich nun ihrerseits mit den Patientinnen in Verbindung setzen. PIP-Produkte eingepflanzt hatten acht Mediziner.

Die französischen Gesundheitsbehörden hatten im März 2010 die Brustimplantate der Firma PIP vom Markt zurückgerufen. Die PIP-Silikonkissen haben eine höhere Tendenz zum Reissen als vergleichbare Produkte. Zudem kam es zu Entzündungen und weiteren Komplikationen.

Direktimport durch Ärzte

Die Fabrikanten verwendeten einen anderen Typ von Silikon als ursprünglich angekündigt. Allein in Frankreich sind zwischen 35'000 und 40'000 Frauen von den fehlerhaften Produkten betroffen. In der Schweiz verfügt PIP über kein Verkaufsnetz, die Ärzte konnten die Produkte aber direkt importieren.

Swissmedic verzichtet auf die Aufforderung, noch intakte Implantate präventiv entfernen und durch andere ersetzen zu lassen. Eine solche Operation berge auch Risiken, sagte Scuntaro. Das Heilmittelinstitut könnte auf diese Empfehlung allerdings zurückkommen, wenn Analysen problematische Substanzen nachweisen.

Ist ein Silikonkissen allerdings kaputt, muss es ausgewechselt werden. Die Kosten für diesen Eingriff und die Nachbehandlung trägt die Krankenkasse. Präventive Eingriffe sind hingegen nicht kostenpflichtig.

(bru/sda)

Erstellt: 31.01.2011, 12:54 Uhr

16

Kommentar schreiben







 Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

16 Kommentare

Eva Moser

31.01.2011, 19:30 Uhr
Melden 5 Empfehlung

Wenn also die Brüste gemacht werden (ich beziehe mich auf die Operationen, die aus ästhetischen Gründen gemacht werden) und es somit indirekt selbst verschuldete Komplikationen gibt, dann zahlts die Krankenkasse. Wenn ich einen Sehfehler habe und ohne Brille/ Kontaktlinsen kaum überlebensfähig bin, da ich nur noch an die 10cm weit sehe, dann darf ich das selber zahlen. Ja klar. Antworten


Kurt Aegeri

31.01.2011, 16:04 Uhr
Melden 3 Empfehlung

Dass die KK bei einem Wiederaufbau nach einer KrebsOP sowas zahlt, ist absolut o.k. Aber einfach so? Es scheint doch eine grosse Anzahl OPs zur Brust-Vergrösserung gegeben zu haben. Da mache ich schon ein Fragezeichen. Im übrigen sei wieder einmal gesagt: Brustvergrösserung = Prothese. Und das ohne Not? Antworten



Populär auf Facebook Privatsphäre


Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!

Familie, Beruf und Studium

Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.

Online-Kadermarkt

ALPHA.CH: der online-Kadermarkt der Schweiz.

Online-Kadermarkt

ALPHA.CH: der online-Kadermarkt der Schweiz.