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Der Laser beim Zahnarzt ist nun ausgereift

Patienten und Zahnärzte hatten viel erwartet, als die ersten Lasergeräte auf den Markt kamen. Es folgte eine Phase der Ernüchterung. Aber jetzt ist der Laser reif für die Anwendung.

Bei der Behandlung mit einem Laserinstrument muss die Patientin eine Schutzbrille tragen. Dafür geht es oftmals schmerzloser als mit dem Bohrer.

Bei der Behandlung mit einem Laserinstrument muss die Patientin eine Schutzbrille tragen. Dafür geht es oftmals schmerzloser als mit dem Bohrer.
Bild: Reto Oeschger

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Was ist ein Laser

Laserstrahlen sind konzentriertes Licht, das exakt gebündelt werden kann und Energie überträgt. Nicht alle Laser arbeiten allerdings im Bereich des sichtbaren Lichts. In der Zahnarztpraxis werden verschiedene Laserquellen verwendet, die Wellenlänge des Lichts bestimmt den Effekt auf das Gewebe: An der Oberfläche wirken CO -Laser (Wellenlänge 10 600 Nanometer) oder ErbiumYAG-Laser (2940 Nanometer), eine mittlere Tiefe erreicht der Argon-Laser (488 Nanometer), tiefer dringen Neodym-YAG-Laser (1064 Nanometer) und Diodenlaser (810 Nanometer). (jä)

Der Zahnarztbohrer ist für nicht wenige Menschen persönlicher Inbegriff des Schreckens. Als vor einigen Jahren Lasergeräte auftauchten, machte sich die Hoffnung breit, jetzt sei Zahnarzt nicht mehr gleichbedeutend mit Angst und Schmerz. «Bohren mit Laser war immer ein Traum», sagt auch Ivo Krejci, Professor für Zahnmedizin an der Universität Genf.

Es hat allerdings eine Weile gedauert, bis Laserhersteller und Zahnärzte entdeckten, dass es den einzig richtigen Laser gar nicht gibt. Die Wellenlänge spielt eine Rolle (siehe Stichwort), aber auch die Taktrate: Lange Pulse ergeben Wärmeeffekte, kurze wirken mechanisch. Abhängig von der Pulsierung und der Energiedichte trägt der Laserstrahl Material ab, verdampft Gewebe oder stillt Blutungen.

Krejci führte schon 1993 in Zürich die ersten Laserkurse für Zahnärzte durch und hat die Entwicklung der Technik seither genau verfolgt. An Fortbildungsveranstaltungen des Mikroskopherstellers Zeiss zeigte er kürzlich Kolleginnen und Kollegen, dass die Lasertechnik jetzt praxisreif ist. Mit einem Laser, so sagt Krejci, könne man minimal invasiv arbeiten, «unter Umständen» brauche es keine Anästhesie. Die Effizienz sei jetzt viel besser, in vielen Fällen sei man mit Laser sogar schneller als mit dem Bohrer. Die Geräte sind auch handlicher geworden, und bei den anfänglich zahlreichen Anbietern scheint sich die Spreu vom Weizen zu trennen.

Auch Laser haben Grenzen

Nicht in jedem Fall kann der Laser die bisherigen Instrumente ersetzen. Zum Entfernen alter Füllungen aus Amalgam, Gold, Kunststoff oder Keramik lässt sich das Laserlicht nicht verwenden. Hingegen kann damit Karies entfernt und eine neue Füllung vorbereitet werden. Im Gegensatz zu Bohrer oder Turbine – Fachjargon: rotierende Instrumente – erzeugt der Laserstrahl eine sehr glatte Oberfläche. Baut der Zahnarzt darauf eine Kunststofffüllung auf, muss er die entsprechende Klebetechnik einsetzen. Als praktisch empfinden die Zahnärzte den Laser bei der Behandlung kleiner Wunden oder Aphten, auch als Schneidinstrument hat er sich bewährt, denn der Laserstrahl stillt die Blutung und bereitet eine gute Wundheilung vor.

Ivo Krejci, der in Genf Zahnärzte ausbildet, propagiert bei den Studentinnen und Studenten nicht nur die Lasertechnik, sondern auch das Operationsmikroskop. In vielen medizinischen Fachgebieten, etwa der Augenheilkunde, der Hirn- oder der Gefässchirurgie sind Mikroskope seit langem selbstverständlich, Zahnärzte zögern vielfach noch.

Videobild motiviert Patienten

Ein – eher psychologischer – Vorteil des Mikroskops, sagt Krejci, sei die Möglichkeit, dem Patienten auf dem Bildschirm zu zeigen und zu erläutern, was in seinem Mund gemacht wird oder wurde. Der Patient könne bei minimal invasiven Eingriffen anders kaum feststellen, dass der Zahnarzt gut gearbeitet habe. Nicht zuletzt motiviert der Einblick in den eigenen Mund die Patienten, sich um ihre Zähne zu kümmern.

Die Verwendung des Mikroskops bringt dem Zahnarzt darüber hinaus ergonomische Vorteile. Die Rückenhaltung – eines der grössten Gesundheitsrisiken für die Zahnärzte – lässt sich verbessern, wenn der Blick geradeaus ins Mikroskop geht und der Zahnarzt sich nicht über den Patienten beugen muss. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 23.06.2009, 11:16 Uhr

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