Er lernt jede Sprache in einer Woche
Aktualisiert am 02.03.2009 6 Kommentare
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Savants
Weltweit gibt es nur etwa 100 Savants oder Inselbegabte. Die Hälfte von ihnen sind von Geburt an Autisten, die andere erlitt schwere Hirnschädigungen. «Gemein ist den meisten von ihnen, dass sie aufgrund ihrer Erkrankung trotz ihrer geistigen Fähigkeiten in einer inneren Welt leben, in die sie kaum jemanden einlassen», bringt «ARD.de» es auf den Punkt. Savants haben die unterschiedlichsten Fähigkeiten: So gibt es welche, die über Nacht Klavierspielen lernen, viele haben einen ewigen Kalender im Kopf oder zeichnen Landschaften detailgetreu ab, die sie nur einmal gesehen haben. Der Film «Rain Man» von Dustin Hoffman aus dem Jahr 1988 ist eine bekannte Geschichte von einem autistischen Savant.
Heute Abend spricht der 30-jährige Brite bei «Beckmann» im ARD über sein neues Buch «Wolkenspringer», in dem er über sein Leben und die Funktionsweise des menschlichen Gehirns schreibt. Daniel Tammet ist ein Savant, ein so genannter Inselbegabter: Er hat in einigen wenigen Bereichen geniale Fähigkeiten, hat gleichzeitig aber mit einfachsten sozialen Aufgaben grosse Mühe.
Tammet hat einen ewigen Kalender im Kopf. Bezeichnend ist ein Gespräch, das ein Journalist der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (FAZ) heute anlässlich seines Auftrittes mit dem Autisten geführt hat:
«Mister Tammet, ich wurde am 6. September 1976 geboren. Was für ein Tag ist das gewesen?»
«Ein Montag.»
«Sind Sie sicher? Sie haben keine drei Sekunden nachgedacht.»
«Kalender haben ein bestimmtes Muster. Mein Gehirn ist sehr gut darin, sich Muster einzuprägen.»
«Die 11 ist freundlich und glänzend»
Tammet sieht nach eigener Aussage Zahlen in bestimmten Farben und mit bestimmten Charakteren. Einige seien laut, andere freundlich, sagte er der «FAZ». «Die 7 zum Beispiel ist rund, ein bisschen wie diese Olive hier.» Die 4 sei scheu und die 11 freundlich und glänzend. «Wenn ich nette Menschen kennenlerne oder ein schönes Buch lese, denke ich an die 11.» Wenn er mathematische Aufgaben lösen muss, fühlt sich Tammet, als würde er durch eine Landschaft voller Zahlen gehen, in der er intuitiv die richtigen Lösungen findet.
Der Brite spricht Englisch, Französisch, Finnisch, Walisisch, Spanisch, Rumänisch, Isländisch, Esperanto, Litauisch und Gälisch. Er konnte jede dieser Sprachen in einer Woche so gut lernen, dass er sich mühelos verständigen kann. Auch hier lernt er mit Intuition, wie er sagt.
Er hört sich die Wörter an und entwickelt ein Gefühl dafür, was sie bedeuten könnten: «Ich lerne eine fremde Sprache intuitiv, so wie es Kinder tun», wird Tammet auf «Spiegel Online» zitiert. So würden beispielsweise in der deutschen Sprache kleine runde Dinge oft mit «Kn» anfangen: Knoblauch, Knopf, Knospe. «Str» wiederum stecke in langen dünnen Dingen wie Strand, Strumpf oder Strahlen. «Diese Muster gibt es in allen Sprachen. Wenn man sie erkennt, bekommt man ein Gefühl dafür, wie eine Sprache funktioniert, und kann sie leichter lernen.»
Nach epileptischem Anfall entwickelt
Daniel Tammet wurde 1979 mit dem Asperger-Syndrom geboren, einer leichten Form von Autismus. Als Kind litt er unter epileptischen Anfällen. Nach einem von ihnen entwickelte er seine Inselbegabung für Zahlen und Sprachen. «Wolkenspringer» (Patmos Verlag) ist sein zweites Buch, bereits erschienen ist «Elf ist freundlich und fünf ist laut».
Erstellt: 02.03.2009, 16:29 Uhr
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6 Kommentare
spannend und interessant, aber was macht der Mann mit der vielen Zeit, die wir anderen jahrelang damit verbringen Sprachen zu lernen? :) Es freut doch, dass es Fakten gibt, die unsere Vorstellungen über die Realität und die Wichtigkeit in ein etwas anderes Licht setzen. Also wer kennt das Leben? Antworten
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.






