«HIV-Positiven traut man keine Leistung zu»
Aktualisiert am 14.11.2011 25 Kommentare
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Eine Aufhebung der Diskriminierung HIV-positiver Menschen in der Arbeitswelt ist das Hauptanliegen der neuesten Kampagne der Aids-Hilfe Schweiz. Sie startet heute, wie die Organisation mitteilte.
Im Gegensatz zu den allgemein gehaltenen Solidaritätskampagnen der letzten Jahre fokussiert die aktuelle Kampagne ein konkretes Anliegen: Die Diskriminierung HIV-Positiver am Arbeitsplatz. Plakate und TV-Spots sollen die Bevölkerung nun während drei Wochen für dieses Problem sensibilisieren.
In der Schweiz leben heute laut Aids-Hilfe rund 25'000 HIV- positive Menschen. Jährlich stecken sich 600 bis 700 Menschen neu an, wie Aids-Hilfe-Sprecherin Bettina Maeschli auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sage. Deutliche medizinische Fortschritte erlauben rund 70% von ihnen berufstätig zu sein. Zwei Drittel von ihnen arbeiten Vollzeit.
Mobbing und unzulässige Fragen
Sie hätten aber häufig unter diskriminierenden Umständen zu leiden: Unrechtmässige Kündigungen, mangelnde Versicherungsleistungen, Mobbing und Verletzungen der Datenschutzbestimmungen seien in vielen Firmen alltäglich, heisst es in der Mitteilung.
Dies gehe quer durch alle Branchen, sagte Maeschli. Grund seien veraltete Bilder, die noch in vielen Köpfen herumspukten: HIV-Positiven traue man keine Leistung zu. Zudem wüssten manche Personalverantwortlichen nicht, dass Gesundheitsfragen nicht zulässig seien.
Auf diese Situation will die Kampagne aufmerksam machen. Die Aids- Hilfe schlägt eine Workplace Policy zu HIV vor - eine Anpassung des jeweils geltenden Arbeitsplatzregelements. Damit verpflichtet sich eine Firma beispielsweise, einschlägige Fragen im Bewerbungsverfahren zu unterlassen.
Im Alltag kein Thema
Im Gegensatz zur Arbeitswelt sei HIV im Alltagleben kein Thema mehr, sagte Maeschli. Allerdings nicht, weil die Menschen toleranter oder abgeklärter seien als früher, sondern, weil heute kaum jemand davon wisse, wenn jemand im Bekanntenkreis betroffen sei.
Gerade weil HIV-Positive dank wirksamer Medikamente unauffällig leben können, müssen sie sich nicht mehr «outen», so Maeschli: «Man sieht es ihnen nicht an.» Gleichzeitig habe diese Entwicklung aber auch eine negative Seite: Viele Betroffene getrauten sich aus Angst vor der Reaktion nicht, irgendjemanden ins Vertrauen zu ziehen. So gerieten sie in eine Isolation und nicht selten in eine Depression.
(kle/sda)
Erstellt: 14.11.2011, 17:03 Uhr
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25 Kommentare
Da soll wieder eine Gruppe künstlich zum Opfer gemacht werden. Auch bei anderen Krankheiten will man nicht jedermann davon erzählen. Der Artikel widerspricht sich sowieso. Bei den Chefs dürfen sie sich nicht outen, im Privaten wollen sie's nicht. Wo liegt das Problem? Antworten
Ich möchte mal sehen, wenn man so andere chronische Kranke, die Leistung (!)erbringen, ausgrenzt oder mobbt. Aber es sind die Früchte des Jeugend und Gesundheitswahn. Dabei ist damit zu rechnen, dass auch in Zukunft noch viel mehr auf die Firmen und Gesellschaft zu kommt. Die Umweltgifte und Mikroben haben wir überhaupt nicht im Griff, eher umgekehrt. Was kann der einzelne dafür? Nicht viel. Antworten

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