Wissen

John Travoltas Sohn ist nicht der Einzige

Der Sohn des Stars kam bei einem Anfall ums Leben. Er soll an Autismus gelitten haben. Eine wissenschaftliche Studie zeigt jetzt: Heute leiden in Kalifornien acht Mal mehr Kinder an Autismus als vor 20 Jahren.

Autistisches Kind bei einer magnettechnischen Untersuchung.

Autistisches Kind bei einer magnettechnischen Untersuchung. (Bild: Keystone)

Seit 1990 ist die Zahl der an Autismus erkrankten Kinder in Kalifornien sprunghaft um das sieben- bis achtfache angestiegen, wie eine Studie in der Fachzeitschrift «Epidemiology» berichtet. Den Anstieg können sich die Autoren nicht erklären. Bei den Ursachen von Autismus tappt die Fachwelt nach wie vor im Dunkeln. Ein Ende der Epidemie sei nicht in Sicht.

Bei den 6-Jährigen lag die Häufigkeit von Autismus 1990 unter 9 Fällen pro 10'000 Kinder. Zehn Jahre später war diese Zahl auf über 44 Fälle angestiegen. Skeptiker führten den drastischen Anstieg zurück auf die Zuwanderung, die Einschliessung von milden Formen von Autismus und auf eine frühere Diagnose. Diese Faktoren berücksichtigten die Forscher aber in ihrer Studie und schlossen nur Kinder ein, welche in Kalifornien geboren waren. Milde Formen von Autismus waren für weniger als ein Zehntel, ein junges Diagnosealter für weniger als ein Zwanzigstel des Anstiegs verantwortlich.

Mehr Gelder für die Autismus-Forschung

Aufgrund der Studienresultate fordern die Autoren eine Umverteilung der Gelder in der Autismus-Forschung. Heute würde zehn- bis zwanzigmal mehr in die genetische Ursachenforschung investiert und Umweltfaktoren wie Chemikalien und infektiöse Mikroben stark vernachlässigt.

Eine weitere Studie in Rom fand heraus, dass sich im Speichel von autistischen Kindern veränderte Eiweisse befinden, die zur Entwicklung eines Schnelltests genutzt werden könnten. Vermutlich seien auch andere Eiweisse verändert, etwa solche an Schlüsselstellen des zentralen Nervensystems.

(vbu/Tages-Anzeiger)

Erstellt: 12.01.2009, 22:46 Uhr

WRITE A COMMENT







 Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

5 Kommentare

Bruno Waldvogel

13.01.2009, 20:08 Uhr
Melden

Der Tod des Jungen ist furchtbar traurig. Jett ist systematisch von der Öffentlichkeit abgeschirmt worden (im Gegensatz zu seiner bildhübschen Schwester). Aber vermutlich nicht um ihn vor der Neugier der Öffentlichkeit zu schützen, sondern weil er in die menschenverachtende Praxis von Scientology nicht hineinpasste. http://www.ilsehruby.at/kindertrost.html Trotz allem mein herzliches Beileid! Antworten


Harald Buchmann

13.01.2009, 16:00 Uhr
Melden

Bravo Herr Roediger! Wenn man denkt was viele Amerikaner in sich stopfen, muss man sich ja nicht wundern, dass sie krank werden. Dagegen sind wir ja fast noch heilig. Nebst Mikroben und Giften wären noch Strahlungen zu beachten (Stichwort Handy, AKW) und das Freizeitverhalten (gamen statt bewegen)... Aber das ist natürlich wesentlich komplizierter als ein paar Gentests... Antworten


Volkan Aydin

13.01.2009, 01:07 Uhr
Melden

mann will die Zuwanderung für schuldig erklären? na bitte, so können Herr und Frau Californien ja beruigt zu Bett gehen... Naja, wieso auch.. eine kleine Weisse Briese und dann kann man die nacht ja durcharbeiten, oder feiern.... Ja schon gut.. klingt ja Hart, aber der Drogenaspekt sollte man nicht ausser betracht ziehen die in diesem Staat herscht, zuwanderungen etc gibt es auf der ganzen Welt.. Antworten


Peter Vogler

13.01.2009, 00:15 Uhr
Melden

Könnte nicht auch das zunehmende Lebensalter der Mütter bei der Geburt ihrer Kinder,oder auch das höhere Alter der Väter bei der Zeugung eine Rolle spielen? Antworten


Peter Roediger

13.01.2009, 00:09 Uhr
Melden

Bei all den sog. unbedenklichen Zusatzstoffen mit denen wird täglich bei der Nahrungsaufnahme beglückt werden; ob wir das wollen oder nicht; ist es kaum verwunderlich, dass immer mehr Menschen auf die eine oder andere Weise krank werden. Kinder sind am meisten belastet, da sie noch nicht über ein intaktes Imunsystem verfügen. Beispiele dazu gibt's genügend. Antworten



Populär auf Facebook Privatsphäre

Lokale Suche

Marktplatz