Kinder spielen immer weniger

Wer nicht spielen darf, ist in der Entwicklung eingeschränkt, das zeigt die Forschung. Umso schlimmer, dass Kinder offenbar immer weniger zum Spielen kommen.

Macht klug: Kinder beim Spielen im Laub. (Archivbild)

Macht klug: Kinder beim Spielen im Laub. (Archivbild) Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Kinder verbringen 30 Prozent weniger Zeit mit dem freien Spielen als vor 15 Jahren. Das wirkt sich negativ auf die Bildung aus, wie die Zeitung «Schweiz am Sonntag» berichtet. Denn eine neue Studie mit über 300 Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren zeigt: Spielen macht klug.

«Kinder lernen nahezu alles durch das Spiel», sagt Margrit Stamm, Direktorin des Forschungsinstituts Swiss Education und Autorin der Studie. Ihre Erkenntnisse werden auch vom Marie-Meierhofer-Institut für das Kind gestützt: Wer nicht spielen dürfe, sei in der Entwicklung eingeschränkt, was Kreativität und Konzentrationsfähigkeit betreffe.

Spielhemmer in der Familie

Statt im Freien zu spielen, besuchten Kinder heute Förderkurse in abgeschotteten Räumen wie Turn- und Sporthallen, kritisiert Stamm. Dadurch verlernten sie, sich selbst zu beschäftigen, und gewöhnten sich daran, dauernd überwacht und kontrolliert zu werden. Das sei der Eigenverantwortung nicht zuträglich. Zu den stärksten Spielhemmern in der Familie gehörten die durchgetakteten Wochenprogramme, die Risikoscheu der Eltern, aber auch die Sicherheitsbranche mit ihren Botschaften.

Zu ihren Befunden kommt Stamm auf der Basis zweier eigener Studien, ergänzt mit Erkenntnissen einer Kindergartenstudie. Daran haben 303 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren, deren Eltern sowie Kindertagesstätten teilgenommen. Das freie Spiel sei das erste Werkzeug, mit dem Kinder ihre Interessen, ihre Ängste, Enttäuschungen und Sorgen verarbeiten könnten, fand Stamm heraus. «Es führt zu einer gesunden Entwicklung in allen wichtigen Bereichen, kognitiv, emotional, sozial, kreativ, motorisch, und wirkt überdies gesundheitsfördernd.» (fko)

(Erstellt: 16.11.2014, 14:24 Uhr)

Stichworte

Artikel zum Thema

Das macht unsere Kinder erfolgreich

Mamablog Ein Lob der Schweizer Erziehung: Weshalb eine amerikanische Journalistin glaubt, unsere Kinder seien fürs Leben besonders gut gewappnet. Zum Blog

Die Wurzel aller Übel?

Mamablog Die Sache mit der antiautoritären Erziehung ist vor allem eins: Ein grosses Missverständnis. Ein Gastbeitrag. Zum Blog

Rotzlöffel an der Ladenkasse

Mamablog Frei entfalten lassen oder Grenzen setzen? Der Kurzfilm der Woche bringt das Dilemma um die antiautoritäre Erziehung klug und witzig auf den Punkt. Zum Blog

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Werbung

Werbung

Kommentare

Service

Ihre Spasskarte

Mit Ihrer Carte Blanche von diversen Vergünstigungen profitieren.

Die Welt in Bildern

Hart im Nehmen: Ein Schwimmer im chinesischen Shenyang nutzt eine aufgebrochene Stelle in einem zugefrorenen See, um ein paar Längen zu absolvieren. (9. Dezember 2016)
(Bild: Sheng Li) Mehr...