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Kopfnick-Syndrom sucht Afrika heim

Aktualisiert am 12.01.2012 13 Kommentare

In Uganda und im Südsudan breitet sich eine mysteriöse Krankheit aus: Tausende Kinder leiden am Kopfnick-Syndrom, das den Kopf auf und ab wippen lässt und das Wachstum stoppt. Forscher rätseln über die Ursache.

Das Kopfnick-Syndrom kann nicht geheilt werden: Im Südsudan leben bis zu 8000 Kinder mit der Epilepsie-ähnlichen Krankheit. (Video: Youtube/Al Jazeera)


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Nur Kinder – meistens zwischen fünf und fünfzehn Jahre alt – erkranken am rätselhaften Kopfnick-Syndrom. Die Symptome sind immer gleich: Die Muskulatur versteift sich und der Kopf wippt langsam auf und ab. Dazu kommen epileptische Anfälle in regelmässigen Abständen. Häufig wachsen die Kinder ab dem Eintreten der Krankheit nicht mehr, sie bleiben geistig zurück und erblinden teilweise. Die Heilungschancen sind gleich null.

Während die Krankheit im ostafrikanischen Uganda vor Kurzem neu aufgetaucht ist, macht sie im Südsudan den Menschen bereits seit Monaten das Leben schwer. Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO leiden dort 5000 bis 8000 Kinder an der Epilepsie-ähnlichen Krankheit.

Erfolglose Forschung

Seit die Krankheit in 1960er Jahren in Tansania das erste Mal beobachtet wurde, versuchen Forscher mehr über die sogenannte Nodding-Disease herauszufinden. Aber die meisten blieben – was den Auslöser der Krankheit anbelangt – weitgehend ohne Erfolg. So auch Andrea Winkler von der Technischen Universität München.

Wie das britische Fachmagazin «Nature» berichtet, veröffentlichte Winkler vor drei Jahren zusammen mit einem Forschungsteam MRT-Bilder von Kopfnick-Patienten, die verkleinerte und beschädigte Gehirne zeigten. Von wo diese Schäden kommen, blieb unklar.

Beginn beim Anblick von Essen

Laut dem Bericht vermuten Forscher Kriegstraumata als Ursache einer psychosomatischen Erkrankung. Auch Unterernährung wurde als möglicher Auslöser untersucht. Dies vor allem, weil das Nodding bei den meisten Kindern beim Anblick von Essen ihren Anfang nahm. Den Beweis für diese Vermutungen konnte jedoch bisher noch kein Wissenschaftler erbringen.

Klar ist indes, dass es sich dabei um eine neurologische Krankheit handelt. Abnormale Hirnströme verringern kurzfristig den Muskeltonus im Nacken, so dass der Kopf nach vorne fällt. Eine weitere Erkenntnis gibt Entwarnung für die Gesundheitsbehörden in Uganda und dem Südsudan, die bereits eine Epidemie über ihr Land hereinbrechen sahen. Das Kopfnick-Syndrom ist keine Viren- oder Bakterienerkrankung und wird somit nicht von Mensch zu Mensch übertragen.

1800 Erkrankungen in fünf Monaten

Und trotzdem sind die Krankheitsfälle nach dem Südsudan auch in Uganda schlagartig angestiegen. Laut «Nature» sind allein zwischen August und Dezember 2011 mindestens 1800 Kinder erkrankt. Mehr als 3000 Kinder und Jugendliche leiden bereits unter dem sogenannten Kopfnick-Syndrom. Über 100 Patienten sollen lokalen Medienberichten zufolge durch Unfälle - verursacht durch die Krankheit - gestorben sein.

Nun wollen die ugandischen Behörden zusammen mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) versuchen, die weitere Ausbreitung des Leidens zu verhindern. Ein Expertenteam der Regierung war in der vergangenen Woche in die betroffenen Gebiete im Norden des Landes entsandt worden. «Wir bilden Sozialarbeiter aus und verteilen Medikamente, um die Symptome zu lindern», sagte die Sprecherin des Gesundheitsministeriums, Rukia Nakamatte.

Auf jeden Fall lässt die Krankheit Wissenschaftlern noch viel Raum zum Forschen. So ist noch offen, wieso nur Kinder am Kopfnick-Syndrom erkranken.

Angereichert mit Material der Nachrichtenagentur sda (wid)

Erstellt: 12.01.2012, 21:37 Uhr

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13 Kommentare

markus müller

13.01.2012, 11:00 Uhr
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evtl. sollte man zuallererst untersuchen, welche 'global leader' (néstle usw.) in der region tätig sind. mir tönt das verdächtig nach irgendeinem giftskandal den man vertuschen und wieder mal ungeschoren davonkommen wird. evlt. auch ein neuer fall von geheimen medikamententests von pharmafirmen oder so? nein das sind keine verschwörungstheorien. alles schon vorgekommen. Antworten


Sacha Meier

13.01.2012, 22:04 Uhr
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Die beängstigende Tatsache ist, dass das Kopfnick-Syndrom ist nicht nur unter Verwaltungsräten, sondern auch in den Parlamenten dieser Welt weit verbreitet ist. Hier setzt allerdings das Nodding beim Anblick von perönlichen geldwerten Vorteilen statt Essen ein. Die Konsequenzen sind allerdings fast identisch. Die betroffenen Führungskräfte bleiben geistig zurück und erblinden - für die Wahrheit. Antworten



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