Obama will Stammzellenforschung gerichtlich durchsetzen

Die US-Regierung möchte weiterhin die Forschung an embryonalen Stammzellen staatlich fördern. Barack Obama erhofft sich viel von der ethisch umstrittenen Forschungsmethode.

Kritisiert den Kurs von George W. Bush in der Stammzellenforschung: Barack Obama.

Kritisiert den Kurs von George W. Bush in der Stammzellenforschung: Barack Obama.
Bild: Keystone

Gilt als ethisch heikel: Die Forschung an embryonalen Zellen. (Bild: Keystone )

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Die US-Regierung hat Berufung gegen ein Gerichtsurteil eingelegt, das die staatliche Förderung der Forschung an embryonalen Stammzellen untersagt. Die Regierung forderte am Dienstag ausserdem, die Umsetzung des Urteils auszusetzen, solange das Berufungsverfahren läuft.

Damit soll verhindert werden, dass laufende Projekte gestoppt werden müssten und Jahre wissenschaftlichen Fortschritts zunichte gemacht würden. Die staatliche Förderung der Stammzellenforschung zu stoppen würde bedeuten, Millionen sehr schwer Kranker oder Verletzter, die von der Forschung profitieren könnten, «irreparablen Schaden» zuzufügen, hiess es in dem Antrag.

Anfang vergangener Woche hatte ein Gericht in Washington in einer einstweiligen Verfügung den vorläufigen Förderstopp verfügt. Die Kläger, darunter mehrere christliche Organisationen, hatten argumentiert, dass die derzeitige Praxis gegen Gesetze verstösst, nach denen es untersagt ist, Forschung finanziell zu unterstützen, bei der menschliche Embryos zerstört werden.

Ethisch umstritten

Erst im März des vergangenen Jahres hatte Obama den Kurs seines Vorgängers George W. Bush in der Stammzellenforschung revidiert und angekündigt, dass die Forschung an embryonalen Stammzellen in den USA wieder mit staatlichen Mitteln unterstützt und vorangetrieben werden solle.

Forscher hoffen, dass embryonale Stammzellen in der Zukunft bei der medizinischen Behandlung schwerer Krankheiten möglicherweise als Ersatzmaterial dienen könnten - denn embryonale Stammzellen sind «pluripotent», das heisst sie können sich zu jedem Zelltyp des menschlichen Organismus entwickeln.

Die Nutzung embryonaler Stammzellen ist aber ethisch stark umstritten, weil dazu Zellen aus Embryonen entnommen werden, die künstlich erzeugt wurden, dann aber keiner Frau eingepflanzt werden. Gegner der embryonalen Stammzellenforschung argumentieren, dass menschliches Leben bereits mit der Befruchtung der Eizelle beginne. (mrs/sda/)

Erstellt: 01.09.2010, 09:44 Uhr

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