Wann Wespenstiche gefährlich sind

Von . Aktualisiert am 08.07.2009 8 Kommentare

Am vergangenen Wochenende starb der ehemalige Genfer FDP-Nationalrat Peter Tschopp an den Folgen eines Wespenstichs. In der Regel sind Bienen- und Wespenstiche zwar schmerzhaft, aber harmlos. Gefährdet sind Allergiker.

Auch, wenn sie nicht so aussehen: Wespen sind meist harmlos.

Auch, wenn sie nicht so aussehen: Wespen sind meist harmlos. (Bild: Keystone)

Gefährlich kann das Gift der Hautflügler für 0,5 bis 5 Prozent der Bevölkerung werden, die darauf allergisch reagieren. «Die Betroffenen haben Antikörper gegen Bestandteile des Giftes im Blut», erklärt Barbara Ballmer, Allergologin am Universitätsspital in Zürich. Wenn diese anfälligen Menschen von Bienen oder Wespen gestochen werden, kann es plötzlich zu einer allergischen Reaktion kommen mit Schwellungen der Haut, Atemnot und sogar Blutdruckabfall. Zum Tod führt eine derartige allergische Reaktion jedoch selten. «Pro Jahr sterben in der Schweiz eine bis acht Personen daran», schätzt Ballmer. Der Tod kann jedoch schnell erfolgen binnen weniger Minuten oder bis zu zwei Stunden.

Weniger Gift als Bienen

Menschen ohne entsprechende Allergien können nur dann durch das Gift von Wespen, Bienen oder Hornissen sterben, wenn sie von mehreren Hundert Insekten gleichzeitig gestochen werden.

Dabei geben Wespen pro Stich nur ein Fünftel oder ein Zehntel der Giftmenge ab verglichen mit Bienen. Bei Hornissen ist die Menge noch grösser. Nach Tierversuchen berechneten Forscher, dass 90 Milligramm Gift einer Hornisse pro Kilogramm Körpergewicht tödlich wirkt. Demnach wären für einen gesunden etwa 70 Kilogramm schweren Menschen erst etwa 1000 Hornissenstiche lebensgefährlich. Hornissen leben jedoch in Völkern mit jeweils rund 700 Tieren.

Vorsicht für Allergiker

Allergiker reagieren jedoch schon auf geringe Giftmengen, die bereits nach einem kurzen Eindringen des Stachels in die Haut erreicht werden.

«Deshalb empfehlen wir den Betroffenen, stets ein Notfallset mitzunehmen», sagt Ballmer. Darin enthalten ist ein Antihistaminikum, Kortison und bei Neigung zu schweren Reaktionen eine Adrenalinspritze. Sie kann in Ausnahmefällen lebensrettend sein. (afo) (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 08.07.2009, 07:13 Uhr

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8 Kommentare

Adrian Müller

08.07.2009, 08:15 Uhr
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Ich bin letzten Samstagnachmittag beim Pilze suchen in ein Wespennest getreten und wurde sieben Mal gestochen; in Hände und Arme. Ich bin nicht allergisch und trotzdem habe ich Symptome gespürt. Leichte Kopfschmerzen und zeitweise Schweissausbrüche. Ich bin kein wehleidiger Mensch, aber die Schmerzen waren brutal. Nach etwa 6 Stunden war das Schlimmste vorbei. Antworten


Beat Fuchs

08.07.2009, 09:26 Uhr
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Das Problem ist, dass niemand weiss, dass er allergisch auf Wespenstiche reagiert. Es gibt auch keine Tests dafür. Ausserdem kann man auch nach Jahren noch allergisch werden und selbst nach dem x-ten Wespenstich kann die Allergie noch auftreten. Wenn keine ärztliche Hilfe zur Stelle ist, kann wegen Erstickung, innert zehn Minuten, ein Mensch daran sterben. Antworten



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