Warum Frauen die besseren Chefs sind

In einer Umfrage unter 55'000 Berufstätigen schnitten Frauen bei führungsrelevanten Kompetenzen besser ab als Männer.

Gehört zu den bekanntesten Chefinnen der Schweiz: Carolina Müller-Möhl an einer Preisverleihung in Interlaken. (6. Juni 2014)

Gehört zu den bekanntesten Chefinnen der Schweiz: Carolina Müller-Möhl an einer Preisverleihung in Interlaken. (6. Juni 2014) Bild: Marcel Bieri

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Treffende Selbstwahrnehmung und Empathie sind bei Frauen gemäss einer Studie des US-Personalvermittlers Korn Ferry häufiger als bei Männern. Es brauche deshalb mehr Frauen in Führungspositionen, schreibt das Unternehmen und verweist auf eine Umfrage bei über 55'000 Berufsleuten.

Die Studie wurde zwischen 2011 und 2015 in 90 Ländern erstellt. Grundlage war dabei ein Inventar von zwölf grundlegenden und emotionalen Kompetenzen, welche die Leistung des Unternehmens beeinflussen, wie Korn Ferry schreibt.

Frauen nehmen sich genauer wahr

Bei der Selbstwahrnehmung offenbarte sich der grösste Unterschied zwischen Mann und Frau: Bei Frauen ist die Wahrscheinlichkeit 86 Prozent höher, dass sie sich selbst genauer wahrnehmen. Bei Frauen ist es zudem 45 Prozent wahrscheinlicher, dass sie durchgehend empathisches Verhalten zeigen.

Frauen können gemäss der Umfrage Mitarbeitende besser begleiten, anleiten und motivieren, sie können besser Einfluss auf andere nehmen und sind stärker darin, mit Konflikten umzugehen. Auch sei bei ihnen die Sensibilität für Organisatorisches und für Teamwork grösser, und sie seien anpassungsfähiger.

Frauen entsprechend fördern

Bei der positiven Grundhaltung heben sich Frauen weniger ab. Bei ihnen ist die Wahrscheinlichkeit einer solchen Einstellung 9 Prozent höher als bei Männern. Und keinen Unterschied zwischen Mann und Frau fanden die Autoren der Studie bei der Selbstkontrolle.

Die Resultate zeigten, dass es mehr Frauen in Führungspositionen brauche, liess sich Stefan Baldenweg von Korn Ferry Schweiz in der Mitteilung zitieren. Frauen mit den entsprechenden Kompetenzen sollten in Unternehmen entsprechend gefördert werden.

Gemäss der Studie gibt es einen Zusammenhang zwischen der emotionalen Intelligenz von Führungskräften und dem Verbleiben der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei einem Unternehmen. Wer ausgeprägte soziale und emotionale Kompetenzen habe, könne Angestellte länger im Betrieb halten. (ij/sda)

(Erstellt: 08.03.2016, 19:29 Uhr)

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