Warum der Mensch riecht
Grosser Schwitzer: Joschka Fischer nach einer Rede auf einem Parteitag der deutschen Grünen. (Bild: Keystone)
Ein einziges Eiweissmolekül löst laut deutschen Industrieforschern unangenehmen Körpergeruch bei schwitzenden Menschen aus. Es handelt sich um ein Transportprotein, das alle geruchsbildenden Schweissbestandteile an die Hautoberfläche befördert.
Erst an der Hautoberfläche werden die Schweissbestandteile durch Bakterien zerlegt, wie der Hamburger Kosmetikkonzern Beiersdorf am Mittwoch mitteilte. Dabei entstehen Stoffe, die den typischen Geruch ausmachen, wie Wissenschaftler der Firma im Fachmagazin «Journal of Investigative Dermatology» berichten.
«Mit dieser Studie ist es uns gelungen, eine grosse Lücke im Verständnis der Vorgänge bei der Entstehung von Körpergeruch zu schliessen», sagte Heiner Max, der die zuständige Abteilung bei Beiersdorf leitet.
Vorliebe für wenig riechende Partner
Die Forscher entdeckten bei ihren Untersuchungen zum Schwitzen einen entscheidenden Genunterschied zwischen Asiaten und Europäern. Je nach regionaler Herkunft tritt bei 30 bis 100 Prozent der asiatischen Bevölkerung kein ausgeprägter Körpergeruch auf. Bei diesen Menschen ist das Transportprotein ABCC11 genetisch bedingt inaktiv.
Möglicherweise habe sich diese Genvariante, bei der nur ein einzelner Erbgutbaustein verändert ist, durch die Partnerwahl rasch in asiatischen Bevölkerungsgruppen durchgesetzt, heisst es in dem Magazin. Eine Vorliebe für wenig riechende Partner erscheine als plausible Erklärung für die Verbreitung dieser Genvariante in Asien. (sam/sda)
Erstellt: 11.11.2009, 14:07 Uhr









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