Wenn Ehefrauen sich vom Sex verabschieden
«Es geht immer wieder darum, wie die beiden Menschen sich fühlen»: «Sex Diaries» von Bettina Arndt.
«Nie zuviel Information»: Das Arbeitsmotto der Australierin Bettina Arndt.
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Die Australierin Bettina Arndt setzt intime Tagebücher seit Jahren in der Paartherapie ein, um zu erkennen, warum zwei Menschen unglücklich zusammen sind. Sie lässt den Mann und die Frau jeweils unabhängig voneinander Buch führen. Von 98 Paaren hat sie nun ihre Geschichten veröffentlicht.
Das Fazit der Autorin, von verschiedenen englischsprachigen Medien wiedergegeben: Die Männer und Frauen befassen sich kaum mit neuen Sextechniken oder mit Ritualen – sondern mit abweichenden Bedürfnissen und den damit verbundenen Gefühlen. «Es geht immer wieder darum, wie die beiden Menschen sich fühlen, mit sich selber und im Alltag», wird Bettina Arndt beispielsweise in der britischen «Daily Mail» zitiert.
Sexverweigerung als Strafe
Die am weitesten verbreitete Erfahrung sei dabei jene, dass Frauen deutlich weniger Lust auf Sex hätten als ihre Männer – oft sogar überhaupt keine mehr. Männer fühlten sich deswegen oft ungeliebt und zurückgestossen. Sie liebten ihre Frauen auch nach vielen Jahren oft sehr – und litten unter der empfundenen körperlichen Zurückweisung, so die Autorin. Dies auch deswegen, weil kaum darüber geredet wird. «Ich finde meine Frau immer noch sehr anziehend und hätte gerne Sex mit ihr. Ich weiss ja, dass wir älter werden, aber ich vermisse die Nähe und Zärtlichkeit. Ich könnte heulen... Aber ein Mann meines Alters heult nicht einfach vor sich hin» zitiert die «Daily Mail» einen Protagonisten im Buch.
Frauen wiederum hätten oft das Gefühl, von ihren Männern im Alltag zu wenig unterstützt zu werden und fragten sich, «wieso er sich Sex verspricht, wenn er nicht einmal den Abfall runterträgt, um zu zeigen, dass ihm an ihr liegt». Oft werde Sexverweigerung als Mittel eingesetzt, um Unzufriedenheit auszudrücken. Allerdings sei es bei vielen Paaren nicht einfach so, dass Alltag und Langeweile die Lust der Frau zerstöre. Vielmehr hätten viele Frauen an und für sich weniger Lust auf Sex, und erst das Verliebtsein am Anfang einer Beziehung löse sie überhaupt aus – und mit der Verliebtheit schrumpfe auch die Lust zurück auf das bescheidene Normalmass.
Magische Ratschläge gibt die Autorin keine. Sie stellt lediglich fest, dass zufriedene Paare oft einen Weg gefunden hätten, mit den Differenzen umzugehen – indem sie einander bei ihren gegenseitigen Bedürfnissen entgegenkommen. Männer, indem sie sich aufmerksam um ihre Frauen kümmern, und Frauen, indem sie sich auch ab und zu auf Sex einlassen, wenn sie es eigentlich von sich aus nicht unbedingt initiieren würden. (oku)
Erstellt: 05.08.2009, 11:46 Uhr









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