Zugreisende bekommen am meisten Strahlung ab
Von Walter Jäggi. Aktualisiert am 28.05.2009 12 Kommentare
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Die elektromagnetische Strahlung in der Umwelt – salopp auch als Elektrosmog bezeichnet – ist sehr unregelmässig verteilt. Erstmals hat eine internationale Studiengruppe unter Schweizer Leitung nun gemessen, wo wie viel und welche Strahlung auf die Bevölkerung einwirkt. 166 Testpersonen erhielten ein Messgerät angeschnallt, das ständig in ausgewählten Frequenzbereichen auf Empfang war. Das sogenannte Exposimeter wurde tags am Gürtel getragen, nachts beim Bett deponiert und zeichnete die Messwerte rund um die Uhr auf.
Die summierte Belastung der Testpersonen war sehr unterschiedlich, sie variierte von 0,014 bis 0,881 mW/m2 pro Woche. Die Messungen zeigen, dass von den untersuchten Strahlungsquellen vor allem der Mobilfunk ins Gewicht fällt. (Untersucht wurden nur Frequenzen im Radiobereich, nicht z. B. die Felder von Hochspannungsleitungen.) Die Verbindungen vom Handy zur Basisstation machten dabei etwa gleich viel aus wie die Verbindungen auf dem umgekehrten Weg.
Viel Funkverkehr im Verborgenen
Auffallend ist die sehr hohe Belastung mit Mobilfunkstrahlung in der Eisenbahn. Die Ursache dafür, so schreiben die Forscher, seien nicht nur die vielen telefonierenden Reisenden auf kleinem Raum. Ins Gewicht falle auch, dass ein fahrender Zug ständig von einer Funkzelle zur nächsten wechsle, worauf sämtliche eingeschalteten Funktelefone im Zug mit der Basisstation der neuen Zelle Kontakt aufnehmen. Sind die Zellen klein und der Zug schnell, herrscht deshalb ein reger Funkverkehr, von dem die Benützer nicht einmal etwas merken. Das gleiche Phänomen ist auch in Tram und Bus zu beobachten, im Auto, wo meistens nur ein Gerät in Betrieb ist, fällt die Belastung geringer aus.
Gering ist die Belastung durch die Funktelefone in Schulen und Kindergärten, aber auch im Kino und Konzertsaal oder in der Kirche – überall dort, wo die Handybenützung verpönt ist.
Der Unterschied, ob jemand selber ein Handy benützt oder nur passiv bestrahlt wird, macht etwa 40 Prozent aus. Ähnlich ist die Differenz zwischen den Besitzern und Nichtbesitzern von schnurlosen Telefonen (Dect-Norm). Dem Datenfunk (W-LAN) hingegen kann man kaum ausweichen, die Belastung ist für Besitzer und Nichtbesitzer gleich gross.
Die absolut stärkste Belastung tritt bei Leuten auf, die in der Nähe eines Radio- oder Fernsehsenders wohnen, sie sind auch stärker betroffen als die Anwohner von Mobilfunkantennen. Insgesamt wirken sich aber die Rundfunkanlagen nicht besonders stark aus. Zumindest derzeit noch wenig Einfluss auf das Geschehen im Äther hat das im Aufbau befindliche digitale Funksystem der Blaulichtorganisationen (Tetrapol). Die Funkdienste der alten Technik wurden nicht untersucht.
«Environmental Research» (im Druck) (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 28.05.2009, 22:09 Uhr
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12 Kommentare
Dabei wäre die technische Lösung relativ simpel (wenn momentan auch noch kostspielig): die Züge / Zugwaggon mit Transpondern ausrüsten, welche eine Funkzelle darstellen. Wenn die SBB künftig Wireless LAN in den Wagen anbieten wollen, werden sie auch das noch im gleichen Zug lösen müssen. Antworten








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