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Hochspannungsleitungen fördern Alzheimer

Aktualisiert am 06.11.2008 12 Kommentare

Eine Studie der Uni Bern zeigt: Personen, die über 10 Jahre lang weniger als 50 Meter von einer Hochspannungsleitung entfernt leben, erkranken offenbar häufiger an Alzheimer.

Bereits frühere Studien liessen vermuten: Personen, die beruflich hohen magnetischen Feldern ausgesetzt sind, haben ein grösseres Alzheimer-Risiko. Jetzt erhärtet eine Studie des Instituts für Sozial- und Präventivmedizin (ISPM) der Universität Bern diesen Zusammenhang. Dazu wurden alle in der Schweiz aufgetretenen Alzheimer-Todesfälle zwischen den Jahren 2000 und 2005 berücksichtigt. Das sind insgesamt 9200 Krankenakten.

Es handelt sich nach Angaben der Universität Bern um die weltweit erste Studie, die explizit der Frage nachgegangen ist, ob auch Magnetfelder von Hochspannungsleitungen neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer oder Amyotrophe Lateralsklerose verursachen. Im Rahmen der Schweizerischen Kohortenstudie («Swiss National Cohort») wurden alle in der Schweiz aufgetretenen Alzheimer-Todesfälle zwischen den Jahren 2000 und 2005 berücksichtigt.

Risiko steigt parallel zur Wohndauer

Dabei wurde für jede Person bestimmt, ob sie in unmittelbarer Nähe zu einer 220- oder einer 380-Kilovolt-Hochspannungsleitung lebte und wie lange sie schon dort wohnhaft war. Die Resultate der Studie, die vom Schweizerischen Nationalfonds finanziert wurde, sind jetzt in der Fachzeitschrift «American Journal of Epidemiology» erschienen.

Davon traten 20 Fälle bei Personen auf, die weniger als 50 Meter von einer Hochspannungsleitung entfernt lebten. Auffallend an den Ergebnissen ist, dass das Risiko einer Erkrankung parallel zur Wohndauer in der Nähe von Hochspannungsleitungen anzusteigen scheint. Wer mindestens 15 Jahre in der Nähe einer Hochspannungsleitung gelebt hatte, hat ein doppelt so hohes Erkrankungsrisiko im Vergleich zur restlichen Bevölkerung.

Genauer Grund noch unklar

Kein erhöhtes Erkrankungsrisiko wurde für Personen beobachtet, die zwischen 50 und 200 Meter von einer Hochspannungsleitung entfernt lebten.

Die Forscher weisen darauf hin, dass nur ein geringer Anteil der Bevölkerung weniger als 50 Meter von einer Hochspannungsleitung entfernt lebt. Deshalb spielen Magnetfelder von Hochspannungsleitungen nur bei einem sehr kleinen Teil aller Alzheimer-Erkrankungen eine Rolle. Der genaue Grund, warum Magnetfelder das Alzheimer-Risiko erhöhen können, ist noch unklar. (sam/Unibe)

Erstellt: 06.11.2008, 15:38 Uhr

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12 Kommentare

Remo Watt

06.11.2008, 13:40 Uhr
Melden

Weshalb werden diese Leitungen nicht endlich unter den Boden verlegt? Technisch ist das schon lange möglich, die Landschaft würde schöner und die Energieverluste wären auch massiv kleiner. Die ganze Privatisierung der Stromkonzerne werden dieses Problem noch verschärfen. Antworten


Strom lobby

06.11.2008, 13:16 Uhr
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Hier wäre der Gesetzgeber gefordert. Nur ist dieser von der Stromlobby infiltriert und wird mit Garantie nichts unternehmen. Antworten



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