Ritalin verursacht kokain-ähnliche Veränderungen im Gehirn

Aktualisiert am 03.02.2009

Hohe Dosen von Ritalin können im Gehirn von Mäusen Veränderungen verursachen, die jenen bei Kokainabhängigen ähneln. Zu diesem Schluss kam eine US-Studie an Mäusen.

Ähnelt in den Auswirkungen den Kokain: Ritalin.

Ähnelt in den Auswirkungen den Kokain: Ritalin.

Yong Kim von der Rockefeller Universität in New York und seine Kollegen spritzten gesunden Mäusen für zwei Wochen täglich entweder den Ritalin-Inhaltsstoff Methylphenidat oder Kokain. Wie sie im Fachmagazin «PNAS» berichten, waren die durch Ritalin und Kokain verursachten Veränderungen im Belohnungszentrum des Hirns zum Teil sehr ähnlich. Die Forscher warnen davor, das Medikament als Aufputschmittel zu missbrauchen.

Ritalin wird üblicherweise Kindern mit Aufmerksamkeitsproblemen und Hyperaktivität verschrieben. Laut den Wissenschaftler sind diverse Studien zum Schluss gekommen, dass die ärztlich verschriebene Einnahme bei diesem so genannten ADHS-Syndrom sicher ist.

Ein Bericht zeigte kürzlich aber, dass in den USA mehr als 7 Millionen Menschen Methylphenidat einnehmen, um sich aufzuputschen und die geistige Leistungsfähigkeit zu steigern. Die Studie zeige, dass dies gefährlich sei, sagte Nora Volkow, die Direktorin des Nationalen Instituts für Drogenmissbrauch.

Volkow warnte davor, Kinder und Jugendliche mit ADHS nicht mehr mit Ritalin oder ähnlichen Präparaten zu behandeln. Studien hätten gezeigt, dass die Medikamente in vom Arzt verschriebenen Mengen nicht zu Abhängigkeit führten. Im Gegenteil: ADHS-Kinder nähmen später häufiger Drogen und Ritalin könne dieses Risiko vermindern. (mcb/sda)

Erstellt: 03.02.2009, 10:12 Uhr

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