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Auch Schimpansen adoptieren Kinder

Aktualisiert am 27.01.2010

Verblüffende Erkenntnis: Auch bei Schimpansen gibt es Adoptionen. Dies steht im Widerspruch zu den Erfahrungen, die mit Zootieren gemacht wurden.

Helfen einander: Von Christophe Boesch beobachtete Schimpansen.

Helfen einander: Von Christophe Boesch beobachtete Schimpansen.

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Ein Team um den Schweizer Primatenforscher Christophe Boesch hat im Taï-Nationalpark in der Elfenbeinküste beobachtet, wie 18 verwaiste Schimpansen von anderen Tieren der Gruppe aufgenommen wurden; die Hälfte von Männchen.

Die Beobachtungen stehen im Widerspruch zu den Erfahrungen, die mit Zootieren gemacht wurden, wie der am Leipziger Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie forschende Boesch und seine Kollegen im Fachmagazin «PLoS ONE» schreiben. In Zoos sei festgestellt worden, dass Schimpansen nur äusserst begrenzt kooperieren oder teilen.

«Stehts wohlgenährt»

Die Fähigkeit zu beträchtlicher uneigennütziger Hilfsbereitschaft unter nicht verwandten Gruppenmitgliedern wird laut den Forschern seit einiger Zeit ausschliesslich den Menschen zugestanden. Die überraschenden Beobachtungen bei unseren nahen Verwandten aus dem Tierreich erklärt das Team mit den grossen Gefahren in freier Wildbahn.

«Dass im Zoo lebende Schimpansen ihre Nahrung nicht miteinander teilen, ist nicht überraschend, da alle Tiere stets wohlgenährt sind», heisst es. Unter natürlichen Bedingungen gebe es hingegen viele Situationen, in denen das Überleben eines Schimpansen von der Hilfsbereitschaft einzelner Gruppenmitglieder «begünstigt» werde.

Eine weitere Beobachtung stützt diese These: Im Taï-Nationalpark wurden mehr Adoptionen beobachtet als bei Schimpansen, die in Ostafrika leben. Grund ist möglicherweise, dass die Taï-Schimpansen ihren Lebensraum mit vielen Leoparden teilen. «Die ständige Bedrohung durch diese Grosskatzen scheint den Zusammenhalt und die Solidarität innerhalb der Gruppe gefördert zu haben», schreiben die Forscher. (sam/sda)

Erstellt: 27.01.2010, 11:46 Uhr

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