Die Knackpunkte der Klimakonferenz
Muss dringend gesenkt werden: CO2-Ausstoss. (Bild: Keystone)
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Doch das angestrebte neue Uno-Klimaschutzabkommen ist auch vier Tage vor dem geplanten Abschluss der Konferenz noch nicht in Sicht. Was die Sache so schwierig macht, ist neben der zögerlichen Haltung mancher Regierungen auch, dass für zwei Kernprobleme gleichzeitig Lösungen gefunden werden müssen: den Klimawandel und die Armutsbekämpfung.
Die grösste öffentliche Beachtung findet das Ringen um den Treibhausgasausstoss. Spätestens 2015 bis 2020 muss dieser nach dem derzeitigen Stand der Wissenschaft weltweit seinen Höhepunkt überschritten haben und dann steil absinken, um die Erderwärmung noch auf etwa zwei Grad begrenzen zu können.
Warten auf den anderen
Für die Industriestaaten bedeutet dies bis 2020 eine Verringerung um 25 bis 40 Prozent, bis 2050 um etwa 80 Prozent, verglichen jeweils mit dem Stand von 1990. Die EU und die Schweiz haben sich bis 2020 auf eine Verringerung des CO2-Ausstosses um 20 bis 30 Prozent festgelegt, je nachdem ob andere Industriestaaten mitziehen.
US-Präsident Barack Obama will bislang allerdings nur eine Verringerung des CO2-Ausstosses um 17 Prozent bis 2020 verglichen mit dem Niveau von 2005 zusagen - verglichen mit 1990 wären das nur minus vier Prozent.
Auch wenn Obama später stärkere Anstrengungen zusagt, könnten damit die internationalen Klimaziele kaum erreicht werden. Andere Staaten wie zum Beispiel Japan haben ihre Zusagen zwar ausgeweitet, liegen aber auch noch nicht auf EU-Niveau.
Beitrag von Entwicklungsländern
Der grösste Anstieg beim Treibhausgasausstoss kommt jedoch gar nicht mehr aus den Industriestaaten, sondern aus den grossen Entwicklungs- und Schwellenländern. Zwar schneiden diese beim Pro- Kopf-Ausstoss meist verhältnismässig gut ab, doch hat beispielsweise China die USA inzwischen als grösster Treibhausgasemittent überholt.
Auch Länder wie Indien oder Mexiko holen stark auf, ebenso Brasilien und Indonesien, besonders wenn höhere Emissionswerte wegen des Abholzens tropischer Regenwälder mit berücksichtigt werden.
Um die Erderwärmung wirksam zu begrenzen, müssten auch diese Staaten einen Beitrag leisten - auch wenn allgemein anerkannt wird, dass dieser geringer ausfallen kann als in den Industriestaaten, die bisher Hauptverantwortliche für die Klimakrise sind.
Wachstumsabhängige Reduzierung
Als Lösung wird diskutiert, dass die Schwellen- und Entwicklungsländer zwar ihren CO2 vorerst noch erhöhen dürfen, aber in geringerem Ausmass, als es ohne zusätzliche Anstrengungen der Fall wäre.
In Richtung einer solchen wachstumsabhängigen Reduzierung zielen auch Angebote Chinas und anderer Schwellenländer - sofern sich zugleich die Industriestaaten auf ehrgeizige Klimaziele verpflichten.
Streit gibt es in Kopenhagen dabei auch um Verbindlichkeit und Überprüfbarkeit der jeweiligen Zusagen. Die Entwicklungsländer sind vielfach zugleich diejenigen, die besonders stark von den Folgen des Klimawandels betroffen sind, allen voran kleine Inselstaaten.
Die Länder des Südens fordern daher von den Industriestaaten zudem massive finanzielle und technische Hilfe - zum einen, um unmittelbaren Auswirkungen der Erwärmung wie dem steigenden Meeresspiegel begegnen zu können, zum anderen, um zum Beispiel Energie effizienter einsetzen zu können. (sam/sda)
Erstellt: 15.12.2009, 13:41 Uhr







