Die bedrohten Inselparadiese

Aktualisiert am 15.12.2009

Bis zum Ende des Jahrhunderts könnte der Meeresspiegel um knapp zwei Meter ansteigen. Das wäre der Untergang für Inselstaaten wie die Salomonen, Kiribati oder Tuvalu.

1/8 Der Meeresspiegel steigt und steigt
Laut einer neuen Studie könnte der Meeresspiegel bis 2100 um bis zu 1,9 Meter ansteigen. Viele Inselstaaten, wie auf dem Bild Palau, würden damit von der Weltkarte verschwinden. Für die Studie verglichen die Forscher Daten der letzten 130 Jahre: «Wenn wir einen galoppierenden Anstieg des Meeresspiegels verhindern wollen, sollten wir die Erderwärmung so schnell wie möglich stoppen», sagt Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung.
Bild: Reuters

   

Für die Inselstaaten im Pazifik und im Indischen Ozean hat die Klimaerwärmung verheerende Folgen: Bis 2100 könnte der Meeresspiegel um 1,9 Meter ansteigen, wie eine Studie zeigt. Viele Inseln, auf denen heute Hunderttausende Menschen leben, würden damit im Meer versinken.

Die Hilfsorganisation Oxfam schreibt, dass in den nächsten Jahrzehnten im schlimmsten Fall 75 Millionen Menschen im asiatischen Pazifikraum ihre Heimat verlassen müssten. Besonders betroffen ist das Ferienparadies Malediven: Die 1200 Inseln liegen im Schnitt nur etwa zwei Meter über dem Meeresspiegel.

Inselgruppen bitten Industriestaaten

Auf der Weltklimakonferenz in Kopenhagen war letzte Woche der pazifische Inselstaat Tuvala mit einem Antrag gescheitert, die globale Erwärmung auf maximal 1,5 Prozent zu begrenzen. «Das ist eine Sache des Überlebens», sagte der Delegierte von Tuvalu, Ian Fry, im Namen anderer Inselgruppen, die bei einer weiteren globalen Erwärmung von Überflutung bedroht sind. «Wir haben keine Zeit mehr für eine weitere Verschleppung», sagte er. Die Industriestaaten haben sich auf einen Anstieg von 2 Prozent verständigt, bezogen auf die Messwerte vor der Industrialisierung.

Der Antrag von Tuvalu wurde unter anderem von Grenada und den Solomonen unterstützt. Das ölreiche Saudiarabien stellte sich jedoch entschieden dagegen, ebenso die aufstrebenden Wirtschaftsmächte China und Indien. Die Delegationen aus den reichen Industriestaaten meldeten sich nicht zu Wort. (cha/ap)

Erstellt: 15.12.2009, 15:15 Uhr

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