El Niño kommt – und bringt auch der Schweiz spezielles Wetter
Von Olivia Kühni. Aktualisiert am 03.08.2009 42 Kommentare
El Niño
Alle drei bis sieben Jahre wärmt sich das kalte Wasser des Pazifik zwischen Ostasien und Mittelamerika entlang der Äquatorlinie um wenige Grad auf. Dies beeinflusst die Bewegungen der Winde rund um den Globus und somit das Wetter weltweit. Von El Niño spricht man, wenn die Erhöhung der Temperatur 0,5 Grad Celsius übersteigt. Bereits letzte Woche berichtete der amerikanische Wetterdienst, die Wassertemperatur sei bisher um 1 bis 1,5 Grad gestiegen und werde diesen Herbst weiter steigen.
El Niño, das Phänomen, das alle drei bis sieben Jahre das Wetter rund um den Globus durcheinander bringt, wirkt kommenden Winter besonders intensiv. Das berichten verschiedene Medien weltweit mit Bezug auf Meteorologen. Die Experten haben festgestellt, dass sich der Pazifik zur Zeit aufwärmt – im Juli war seine Temperatur bereits um ein Grad über den Normalwert angestiegen.
Die Auswirkungen des El Niño bekommt ab Oktober vor allem die südliche Hemisphäre zu spüren: In Afrika und Australien drohen Dürren, in Südamerika Überschwemmungen. Das sonst sehr trockene Chile beispielsweise dürfte viel Regen erhalten, wie Peter Wick von MeteoNews auf Anfrage sagte.
Steigende Preise für Agrarrohstoffe
Australien hatte bereits Anfang Juli vor einer erwarteten Dürreperiode im australischen Sommer – dem europäischen Winterhalbjahr – gewarnt. Das ist nicht nur quälend für die regelmässig hitzegeplagten Australier, sondern kann auch die Wirtschaft beeinflussen: In mageren Erntejahren steigen die Preise für Agrarrohstoffe wie Getreide und Palmöl und somit auch die Kosten für Lebensmittel deutlich an. El Niño könne «eine Erholung der Weltwirtschaft deutlich erschweren», bilanziert darum die «Financial Times Deutschland».
Vielen Menschen noch in Erinnerung ist der bisher intensivste El Niño von 1997/1998. Damals wurde die Südhalbkugel, insbesondere Südostasien, von einer heftigen Dürre und katastrophalen Waldbränden heimgesucht, in Ländern wie Haiti und Bangladesch brachen Hungersnöte aus. Diesen Winter dürfte das Phänomen nicht ganz so heftig ausfallen, wie der britische «Independent» schreibt, «doch von Versicherungsunternehmen bis zu Rohstoffhändlern und Hilfsorganisationen sind alle besorgt». Das Potenzial für ökonomischen und sozialen Schaden sei «beträchtlich», so das Blatt.
Der Einfluss von El Niño ist auf der Nordhalbkugel traditionell schwächer als im Süden. Auch bei uns ist mit Auswirkungen zu rechnen – sie sind allerdings viel schwieriger vorherzusehen. «Wir vermuten, dass das Winterhalbjahr in Europa sehr milde wird», sagt Meteorologe Wick. Der britische «Independent» ist weniger vorsichtig: Er prophezeit den Briten einen rekordverdächtig warmen Beginn des Jahres 2010. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 03.08.2009, 16:10 Uhr
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42 Kommentare
wir wissens doch schon lange! nur, das ist ja weit weg...kaufen munter SUV's und benzinschleudern. tun als wär nichts und gehen den klimalügnern der svp auf den leim. (die reden ja von "wetter"..).hey landseute erwacht! die lösungen sind realisierbar: verzicht, erneuerbare energien, grundeinkommen, etc. SOLIDARITÄT weltweit. Antworten
@ Rieter: el nino hat gar nix mit der Erderwärmung zu tun, sondern existiert schon sehr lange. Erstmals wurde davon schon m 1700 berichtet. dass das "phänomen" absehbar ist, da haben sie recht. er tritt alle paar jahre auf und ist in Lateinamerika so bekannt wie bei uns der osterhase. El nino hängt mit den Strömungen der Weltmeere zusammen und nicht mit dem Auspuff an ihrem Auto. Antworten







