Gletscher schrumpften in nur 10 Jahren um 12 Prozent
Die Schweizer Gletscher haben in den vergangenen zehn Jahren zwölf Prozent ihres Volumens eingebüsst. Dies ermittelten Forschende an der ETH Zürich auf Grund eines neuen Verfahrens, wie die Hochschule am Montag mitteilte. Das heute in den Gletschern gespeicherte Wasser entspricht noch zwei Dritteln des Genfersees.
Die Erkenntnisse der ETH-Wissenschafter wurden in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift «Global and Planetary Change» vorgestellt. Wie gross das Eisvolumen in den Schweizer Alpen ist und wie es sich in den letzten Jahren verändert hat, konnte bisher nur grob geschätzt werden. Wissenschafter um Martin Funk, Leiter der Abteilung Glaziologie an der Versuchsanstalt für Wasserbau, Hydrologie und Glaziologie (VAW) der ETH Zürich ein neuartiges Verfahren entwickelt, mit dem das Eisvolumen eines Gletschers bestimmt werden kann.
Massenerhaltungsgesetz
Als Grundlage dient das Massenerhaltungsgesetz, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Dieses besagt, dass die Oberflächenmassenbilanz durch den Eisfluss und die Eisdickenänderung ausgeglichen werden muss. So können die Wissenschafter allein auf Grund der Topographie der Gletscheroberfläche und der geschätzten Verteilung der Oberflächenmassenbilanz das Eisvolumen berechnen. Im Gegensatz zu den bisherigen Schätzverfahren sei mit dieser neuen Methode erstmals die räumliche Verteilung der Eisdicke eines Gletschers erkennbar, erklärte Funk. Die Berechnung des aktuellen Eisvolumens sei der wichtigste Indikator, um Voraussagen über künftige Veränderungen der Gletscher zu machen.
Das Verfahren wurde auf jene 59 Schweizer Gletscher angewandt, die grösser als drei Quadratkilometer sind. Für die übrigen 1400 Gletscher in der Schweiz leiteten die Forscher das Eisvolumen von einem empirischen Flächen-Volumen-Ansatz ab. Für den Gletscherstand im Jahr 1999 berechneten sie so ein Gesamtvolumen von 74 Kubikkilometern (km3). Alle Gletscher der Schweiz hatten bereits damals zusammen ein kleineres Volumen als der Genfersee, der über ein Wasservolumen von 89 km3 verfügt. Die vergletscherte Landesfläche der Schweiz umfasste vor zehn Jahren 1063 Quadratkilometer und hatte eine mittlere Eisdicke von 70 Metern. Rund 88 Prozent des Eises war in den 59 grössten Gletscher gespeichert. Die Gletscher im Aletschgebiet fassten zusammen allein 24 Prozent des Eises.
Im Sommer 2003 um 3,5 Prozent
Im letzten Jahrzehnt, dem wärmsten der letzten 150 Jahre, haben die Schweizer Gletscher neun Kubikkilometer Eis oder zwölf Prozent verloren, wie die ETH-Forscher weiter ermittelten. Allein im Jahrhundertsommer 2003 waren es 2,6 km3 oder 3,5 Prozent. Die ETH spricht von beunruhigenden Zahlen. Denn das Klima erwärme sich weiter, und für die Schweizer Alpen werde ein Temperaturanstieg von 1,8 Grad im Winter und 2,7 Grad im Sommer bis ins Jahr 2050 erwartet. (vin/ap)
Erstellt: 22.06.2009, 09:51 Uhr
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.
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