Im Sommer steigt das Gesundheitsrisiko in Südeuropa deutlich an
Von Martin Läubli. Aktualisiert am 18.05.2010
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7 Jahre ist es her seit der letzten grossen Hitzewelle in Europa. Etwa 40'000 Menschen starben. Die Dürre brachte in Zentral- und Südeuropa riesige Ernteeinbussen. Der Jahrhundertsommer 2003 blieb bisher ein Ausreisser in der Klimastatistik der letzten 100 Jahre. Die Modelle der Klimaforscher zeigen aber, dass das nicht so bleiben muss: Solche Hitzeperioden werden sich in diesem Jahrhundert häufen, falls der Erwärmungstrend der Erde anhält.
Stark betroffen sind vor allem die Iberische Halbinsel und die mediterranen Regionen, wie eine neue Studie der ETH Zürich zeigt. Die genaue Häufigkeit können die Wissenschaftler zwar nur mit grossen Unsicherheiten abschätzen. «Doch alle Modelle zeigen ein einheitliches Bild, wo das Gesundheitsrisiko am grössten sein wird», sagt Erich Fischer, Hauptautor der Studie. Auch wenn es nur Modellabschätzungen sind, der Trend gibt dennoch ein deutliches Bild ab: Im langjährigen Durchschnitt zwischen 1961 und 1990 kommt es alle 3 bis 5 Jahre zu einer Hitzewelle. Nach den neusten Modellen erhöht sich die Häufigkeit in den Jahren 2021 und 2050 auf eine Hitzeperiode pro Jahr, in den letzten 30 Jahren dieses Jahrhunderts sogar auf 3 bis 5 Hitzewellen jährlich.
Szenario des UNO-Klimarates
Die Wissenschaftler verwendeten sechs regionale Klimamodelle mit einer räumlichen Auflösung von 25 Kilometern. Sie berücksichtigten für ihre Berechnungen Faktoren wie die Entwicklung der Temperatur, die atmosphärischen Windsysteme, die Sonneneinstrahlung, die Luft- und Bodenfeuchte und die Vegetationsdecke. Um die Entwicklung der Treibhausgasemissionen abzuschätzen, griffen sie auf ein Szenario des UNO-Klimarates IPCC zurück: Die Weltbevölkerung wächst bis Mitte des Jahrhunderts; das wirtschaftliche Wachstum ist regional unterschiedlich; neue Energietechnologien setzen sich mässig durch. Bei dieser Entwicklung, so die Modelle, wird die globale Temperatur um etwa 2 bis 4 Grad ansteigen.
Besonders beachteten die Forscher die Luftfeuchtigkeit. Sie kommt an heissen Tagen erschwerend hinzu. Kommen noch warme Nächte hinzu, die bei vielen zu Schlaflosigkeit führen, steigt erfahrungsgemäss das Sterberisiko – vor allem bei älteren Menschen, Kleinkindern und Personen mit Herz-Kreislauf-Problemen und Atemwegserkrankungen.
Risiko: Wärme-Insel-Effekt der Städte
Diese gefährliche Kombination kann durch den Hitzeindex ausgedrückt werden, wie ihn der amerikanische Wetterdienst verwendet. Wird der Schwellenwert von 40,6 Grad Celsius überschritten, so wird in den USA eine Hitzewarnung ausgegeben. Die ETH-Forscher haben untersucht, wo es in Zukunft am meisten solche Überschreitungen geben könnte. Es sind jene Gebiete, wo es heute schon heiss und feucht ist: etwa die mediterranen Küstengebiete, die Poebene und das Donaudelta, wo Zentren mit grosser Bevölkerungsdichte wie Neapel, Mailand oder Athen liegen. «Vermutlich ist die Risikoeinschätzung eher konservativ», sagt ETH-Forscher Erich Fischer. Denn in den Modellen fehlt der Wärme-Insel-Effekt der Städte.
Das Gesundheitsrisiko für ein Gebiet unterscheidet sich aufgrund demografischer und sozioökonomischer Faktoren wie Alter, Geschlecht, Armut, Zugang zu Klimaanlagen. Dieser Faktor konnte in der Studie nicht berücksichtigt werden, denn er hängt auch davon ab, wie sich eine Region in den nächsten Jahrzehnten entwickelt. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 17.05.2010, 21:26 Uhr
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.
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