Klimawandel heizt Nordsee auf – Kabeljau flüchtet
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An den deutschen Nordseeküsten herrscht in diesen Tagen Badewetter, die Wassertemperatur beträgt je nach Badeort 18 bis 19 Grad. Die Nordsee ist deutlich wärmer als in den Vorjahren, sogar Rekordtemperaturen sind in diesem Sommer möglich. Die Nordsee wird offensichtlich immer wärmer. Und das ist kein Zufall, wie die «Süddeutsche Zeitung» berichtet. Gemäss einem Experten des deutschen Amts für Seeschifffahrt und Hydrographie zeigen sich in der Nordsee die Auswirkungen des Klimawandels. «Dabei spielen das zuströmende wärmere Atlantikwasser und die im Zuge des Treibhauseffekts verstärkte Sonnenwärme eine Rolle», wird der Meeresexperte Hartmut Heinrich zitiert.
Zwei Grad mehr als im langjährigen Mittel
Seit 1987 werde das Gewässer von einer hartnäckigen Warmphase bestimmt, sagt Heinrich. Dies sei ungewöhnlich, weil sich im vergangenen Jahrhundert Warm- und Kaltphasen abgewechselt hätten, jeweils alle acht bis zwölf Jahre. Gemäss dem Zeitungsbericht staunen die Wissenschaftler über die Tatsache, dass sich die Erwärmung besonders in den tieferen Wasserschichten nahe dem Meeresboden bemerkbar macht. «In rund 40 Meter Tiefe ist das Wasser der Nordsee inzwischen um die 13 Grad warm, im 20. Jahrhundert waren es durchschnittlich elf Grad.» Das bodennahe Wasser der Nordsee liegt also zwei Grad über dem langjährigen Durchschnitt, wie die Experten feststellen.
Fischarten werden vertrieben
Was die Touristen an der Nordsee erfreut, hat allerdings teils gravierende Konsequenzen für die Pflanzen- und Tierwelt. Weil mit steigenden Wassertemperaturen der Sauerstoffgehalt des Wassers falle, würden Fischarten wie der Kabeljau in nördliche Gefilde vertrieben. Vor Grönland sei die Befischung des Kabeljaus bereits im vollen Gang, schreibt die «Süddeutsche Zeitung». Und sie lässt einen Experten zu Wort kommen: «Dabei wäre es für den Erhalt der Bestände besser, der Kabeljau könnte sich dort erstmal erholen.» Laut Meeresbiologen greift die Erwärmung des Wassers in gravierender Weise in die Nahrungsketten ein. Kleinstlebewesen, von denen sich Larven und Jungfische ernähren, gebe es nicht mehr. (vin)
Erstellt: 02.07.2009, 16:13 Uhr
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