Weshalb sich die Ozonschicht erholt hat

Aktualisiert am 23.09.2010 22 Kommentare

Die Klimaschützer erhalten neuen Aufwind: Ein Forscherteam der ETH Zürich soll endgültig bewiesen haben, dass menschlich verursachte chemische Substanzen Ozonlöcher verursachen und vergrössern.

Wurden bis 1987 als Treibmittel für Spraydosen benutzt: Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW).

Wurden bis 1987 als Treibmittel für Spraydosen benutzt: Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW).
Bild: Keystone

Es war nur eine Frage der Zeit bis Klimaschützer auf die Häufung der Naturkatastrophen reagieren würden: Am Dienstag meldete sich Christiana Figueres, die Leiterin des UN-Klimasekretariats, zu Wort und forderte noch für dieses Jahr klare Fortschritte bei den Klimaverhandlungen.

Der Einfluss von menschlich verursachten Emissionen auf das Klima bleibt umstritten. Das Ansteigen der Temperaturen sei eine wiederkehrende Entwicklung in der Geschichte der Menschheit, die natürlich bedingt sei. Die aktuelle Klimaerwärmung habe nichts zu tun mit dem Antieg des CO2-Austosses, monieren jene, die den Klimaschützern widersprechen.

Verbot von FCKW seit 1987

Nun erhalten Klimaschützer neuen Aufwind: Ein Forscherteam der ETH Zürich soll endgültig bewiesen haben, dass menschlich verursachte chemische Substanzen Ozonlöcher verursachen und vergrössern. Die Forscher stützen sich auf Daten, die seit 1987 erhoben worden sind. In diesem Jahr beschlossen die Vereinten Nationen im Montrealer Protokoll ein Verbot der Herstellung und Verwendung von Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) und anderer chemischer Substanzen. Diesem Beschluss ging eine Entdeckung Mitte der siebziger Jahre voraus, wo Forscher beweisen konnten, dass sich FCKW bis auf 20 Kilometer Höhe sich negativ auf Ozonlöcher auswirken.

«Das Montrealer Protokoll zeigt messbare Effekte», schreibt nun das Forscherteam um Jörg Mäder von der ETH Zürich im Fachmagazin «Atmospheric Chemistry and Physics Discussions». Die Studie liefere den Beweis, dass die Erholung der Ozonschicht begonnen habe, weil FCKW verboten ist. So bestätigt auch der Physiker Rolf Müller vom Forschungszentrum Jülich gegenüber dem «Spiegel»: «Das Montrealer Protokoll funktioniert».

Wie der «Spiegel »schreibt, dokumentiert die Studie zwei Erfolge:

  • Sie zeigt, dass die komplexen chemischen Vorgänge in der Luft hinreichend genau verstanden wurden. Nur deshalb konnte der Zerstörung der Ozonschicht gezielt begegnet werden.
  • Sie beweist zudem, dass die Weltgemeinschaft Umweltproblemen wirksam entgegentreten kann - weiterer Ozonabbau hätte vermutlich Tausende zusätzliche Hautkrebsfälle verursacht.

Mäder und seine Kollegen von der ETH erklären, dass nur die Verringerung der FCKW und anderer Schadstoffe könne die beobachtete Erholung der Ozonschicht erklären. FCKW sind Industrieprodukte und entstehen nicht in der Natur. Die Wende könne nun eingeleitet werden, sagt Mäder gegenüber dem Spiegel.

(mrs)

Erstellt: 02.09.2010, 18:40 Uhr

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22 Kommentare

Bruno Rohner

03.09.2010, 10:35 Uhr
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Es freut mich immer wieder, wenn in dieser Kolumne ausgewiesene Chemiker und Physiker ihre interessanten Berechnungen zum Besten geben. Besonders angetan hat es mir dieses Mal der hochgeschätzte Kurt Mäschli mit seinem stringenten Beweis, dass der anthropogene (durch den Menschen verursachte) Beitrag belanglos ist. Ich bin jetzt ungemein beruhigt und überlege mir, doch noch einen SUV zu kaufen. Antworten


Berger Andi

03.09.2010, 10:28 Uhr
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@mäschli: Das Problem bei CO2 liegt nicht in der Menge sondern daran, dass CO2 die maximale Absorption von langwelliger Strahlung bei einer Wellenlänge hat, die der maximalen langwelligen Abstrahlung der Erde entspricht. Daher haben auch kleine Schwankungen in der CO2 Konzentration eine grosse Auswirkung, was paläoklimatische Studien schön zeigen. Antworten



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