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Wie der Klimawandel bei der Energiewende helfen könnte

Aktualisiert am 29.05.2011 14 Kommentare

Bald schon sollen fast alle Gletscher in den Alpen weggeschmolzen sein – deshalb entstehenden laut Experten in der Schweiz rund 40 neue Seen. Sie sind Chance und Gefahr zugleich.

Hat der Klimawandel auch sein Gutes? Schmelzender Feegletscher oberhalb Saas Fee.

Hat der Klimawandel auch sein Gutes? Schmelzender Feegletscher oberhalb Saas Fee.
Bild: Keystone

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Statt Atomstrom künftig Energie aus Gletscher- Schmelzwasserseen: Diese Option untersucht derzeit ein Team um den Glaziologen Wilfried Haeberli vom Geografischen Institut der Universität Zürich im Rahmen eines nationalen Forschungsprogramms. Die Forscher rechnen damit, dass im Alpenraum mit der in schnellem Tempo ablaufenden Gletscherschmelze eine ganze Reihe von neuen und grossen Seen entsteht. Im Nationalen Forschungsprogramm NFP 61 werden unter anderem auch die positiven Aspekte wie die Nutzung für den Tourismus und die Energiegewinnung untersucht.

«Die neuen Seen können in der künftigen Energieversorgung eine wichtige Rolle spielen; sie sind für die Speicherung des dringend benötigten Stroms aus erneuerbaren Energien sehr attraktiv», zitiert die «Sonntagszeitung» den Glaziologen Haeberli. Dank der neu entstehenden Seen könne mehr Wasser gestaut und entsprechend mehr Energie produziert werden, sagt ETH-Professor Anton Schleiss gegenüber der «Sonntagszeitung». Gleichzeitig könnten mehr Pumpspeicherwerke gebaut werden, um Strom zu speichern. Der ETH-Forscher hat auch die wirtschaftlichen Aspekte neuer Pumpspeicherwerke untersucht. Demnach seien diese bereits bei heutigen Strompreisen «eine interessante Investition».

Die Gefahr eines alpinen Tsunamis

Diese Seen stellten aber auch eine ernstzunehmende Gefahr dar, weil die Stabilität ihrer Umgebung abnehme, heisst es auf der Website dieser Studie, welche die «Sonntagszeitung» publik gemacht hat. Durch den Rückgang von Gletschern und Permafrost drohten Felstürze in die neuen Seen grosse Flutwellen auszulösen, die Täler überschwemmen könnten. Es sei eine wissenschaftliche, wirtschaftliche und politische Herausforderung, einen Umgang mit dieser Kombination aus Nutzungsmöglichkeiten und Gefahren zu finden.

In der Studie werden wasserbauliche Aspekte wie die Staukapazität und das Wasserkraftpotenzial der Seen, Schutzmassnahmen gegen Hochwasser, die Auswirkungen auf die Geschiebemengen sowie ökologische Aspekte untersucht. Auch rechtliche Fragen zum Eigentum, zu den Verantwortlichkeiten oder der Haftung werden geklärt.

«Wir gehen davon aus, dass bis 2050 die Hälfte der Gletscher von 2000 geschmolzen und dass bis Ende Jahrhundert fast alle Gletscher geschmolzen sind und viele neue Seen entstehen», erklärt Haeberli in einem Begleitvideo zur Studie. Diese neuen Seen seien interessant für Kraftwerke, die neue Konzessionen brauchen. Die Stromerzeuger müssten die Seen in ihre Strategien einbeziehen. (ami/sda)

Erstellt: 29.05.2011, 16:58 Uhr

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14 Kommentare

Fritz-Ulrich Hein

29.05.2011, 20:57 Uhr
Melden 6 Empfehlung 0

Bis 2050 sind es gerade mal 49 Jahre. Ich glaube kaum, dass das geschilderte Szenario so schnell in dem Maße eintritt. Natürlich wird es den nächsten 3 Jahrzehnten über 3000 Höhenmeter mehr Regen als Schneefall geben. Ich halte aber eine Hysterie für nicht angebracht. So soll man also ruhig und besonnen die entsprechenden Maßnahmen umsetzen. Antworten


Georg Wächter

29.05.2011, 23:51 Uhr
Melden 3 Empfehlung 0

Das Schmelzen der Gletscher hat nichts mit Klimaerwärmung zu tun, sondern ist eine regionale Auswirkung von Kälte- und Wärmeperioden. Klimaveränderungen gibt es seit Jahrtausenden und müssen global bewertet werden. In Grönland herrschte im März 2011 bei Schönwetter minus 47° C am Tag und und in der Nacht bis zu minus 59° C. Die Türkei versank im März 2011 im Schnee und auf Haitii fiel Schnee. Antworten



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