Zerschmetterte Korallen

Der Zyklon «Debbie» hat dem ohnehin stark mitgenommenen Great Barrier Reef verheerende Schäden zugefügt.

Der Zyklon war mit bis zu 270 Stundenkilometern auf die Ostküste Australiens geprallt. Sturmwellen zerschmettern dann die Korallen.

Der Zyklon war mit bis zu 270 Stundenkilometern auf die Ostküste Australiens geprallt. Sturmwellen zerschmettern dann die Korallen. Bild: Ed Roberts/Keystone

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Es sah schon vor dem Wirbelsturm Debbie nicht gut aus für das grösste Korallenriff der Welt an der Küste Australiens. Doch was die Wissenschaftler der Great Barrier Reef Marine Park Authority jetzt in einer neuen Studie berichten, könnte vielleicht das Ende sein.

Alleine im Gebiet der Whitsunday-Inselgruppe wurden mehrere Riffe von der Wucht des Zyklons zerstört. Als "extensiv" bezeichnete die Behörde auch die Schäden an den Schnorchel- und Tauchplätzen vor den Urlaubsinseln Hayman und Hook. Wind und Sturmwellen haben grosse Korallenstrukturen dort zerschmettert. Die Korallen, die gerade am Meeresboden verwesen, sind bereits von einer Algenschicht überzogen. Tauchgänge scheinen wegen der schlechten Sichtverhältnisse vorerst nicht mehr möglich zu sein. Nur in den windgeschützteren Ecken des Riffs haben die Korallen überlebt.

Debbie war mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 270 Stundenkilometern auf die Ostküste Australiens geprallt, der Zyklon war einer der stärksten Wirbelstürme der australischen Geschichte. Seither zieht eine Wetterfront in Richtung Süden, es regnet seit Tagen. Fünf Menschen sind in den Überschwemmungen bereits ums Leben gekommen.

Zerstörerische Korallenbleiche verlangsamt

Natürlich leidet auch der Tourismus. Viele Gebäude und Strassen zum Beispiel in Airlie Beach wurden schwer beschädigt. Die Aufräumarbeiten werden noch Monate dauern. Die Reiseindustrie bemüht sich trotzdem schon wieder um Besucher. Die Gegend im Norden des Bundesstaates Queensland sei bekannt als Wasserspielplatz, sagte Craig Turner von Tourism Whitsunday. 60'000 Menschen am Barrier Reef leben vom Tourismus.

Paradoxerweise brachte der Zyklon nicht nur Zerstörung für das Riff: Durch die Sturmfront ist die durchschnittliche Wassertemperatur auf 28 Grad gefallen und hat die zerstörerische Korallenbleiche jetzt erst einmal verlangsamt. Bisher war es vor allem der Mensch und sein Anteil am Klimawandel, der die Wassertemperatur erhöhte und damit die Bleiche auslöste, die den Tod der Korallen am Great Barrier Reef bedeuten kann.

Erst vor Kurzem hatten Wissenschaftler festgestellt, dass in den wärmeren, tropischen Gebieten des Riffs bis zu 90 Prozent der Korallen von der Bleiche betroffen sind. Mehr als eine Verschnaufpause wird die Abkühlung des Wassers für das Great Barrier Reef aber nicht bedeuten. Australien plant seit Längerem den Bau einer der grössten Kohleminen der Welt im Hinterland des Riffs. (Süddeutsche Zeitung)

Erstellt: 11.04.2017, 09:35 Uhr

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